Unsere SV hat einen Brief an Bürgermeister Weber und die Stadtverwaltung geschrieben. Hier können Interessierte den vollständigen Brief nachlesen:

Meschede, den 8.März 2018

Sehr geehrter Herr Weber,
Sehr geehrte Stadtverwaltung,

„Mir macht es Spaß zur Schule zu gehen!“, diesen Satz hört man in der Regel eher in der Grundschule, von den Erstklässlern, die noch voller Elan und Stolz in die Schule gehen. Mit steigender Jahrgangsstufe nimmt die Häufigkeit dieses Satzes stark ab. Geht man auf Ursachensuche, findet sich schnell der Fehler bei den Schülerinnen und Schülern (SuS): Sie seien unmotiviert oder faul, hätten nur noch das Handy oder den PC im Kopf oder seien schlichtweg einfach in der Pubertät.

Wir würden gerne abstreiten, dass diese Gründe bei unseren Mitschülern keine Rolle spielen würden, leider können wir das aber nicht.

Dreht man den Spieß dennoch um und hinterfragt, ob die Schule nicht auch dazu beiträgt, dass der Spaß an dieser vergeht, finden wir SuS sehr schnell den Grund.

Das junge Lehrerteam, mit vielen Referendaren, die einen Unterricht auf Augenhöhe mit den Oberstufenschülern machen sind es nicht.

Die engagierten Lehrer, die sich darum kümmern, dass unsere Schule wettbewerbsfähig bleibt, z.B. durch Zertifizierungen als MINT-Schule, dem Berufswahlsiegel oder durch die Forschertage, sind es auch nicht.

Wir SuS selbst, die Mobbing im Engagement als Streitschlichter, Medienscout oder Klassenpate verhindern, oder die sich um das Siegel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ selbständig bemüht haben, sind es auch nicht.

Könnte es sein, dass die Landesregierung, mit ihrem unentschlossenen Hin und Her von G9 zu G8 und wieder zurück, sowie mit unverständlichen, sich ständig wechselnden, Lehrplänen und ABI Kompetenzen, an dem Unmut auf die Schule schuld ist? Natürlich, aber nicht nur.

Aktuell trägt unser Schulträger (das sind Sie ), den man in letzter Zeit daran erinnern muss, dass er unser Schulträger ist, den größten Teil zu der Lustlosigkeit auf die Schule bei.

Der Artikel „Politikern stoßen 200.000 Euro übel auf“, welcher am 07.03.2019 in der Westfalen Post erschien, stößt uns SuS auch übel auf.

Seit mehreren Jahren warten wir auf die Sanierung unserer maroden Toiletten (in manchen bröckelt sogar schon die Decke ab) und alles was Ihnen, insbesondere Herrn Weber, als Begründung für die inakzeptabele Situation einfällt ist zu behaupten, es sei kein Geld für die Sanierung vorhanden. Jetzt zu sehen, dass sie sich zusätzlich zu ihrem frisch renovierten Rathaus noch diverse Extras leisten, die mal eben 200.000€ kosten macht uns sauer. Laut Herrn Schemme kostet die Renovierung einer Toilette ca. 30.000€ bis 35.000€, das heißt, dass für Ihre Schönheitsextras bis zu sechs Toiletten hätten renoviert werden können. Das wäre vollkommen ausreichend gewesen.

Sie könnten uns jetzt Egoismus vorwerfen, aber um Ihnen zu zeigen, dass unsere Renovierung dringend notwendig ist und darüber hinaus schon versprochen war, hier eine Chronik der Ereignisse:

Im Sommer 2017 tritt Claudia Bertels ihr Amt als Schulleiterin unserer Schule an. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne die Toiletten zu sanieren. Und diese Pläne auch schon seit mehreren Jahren. Es sollte vier neue Toiletten geben und oben drauf einen Aufzug, damit unsere Schule endlich barrierefrei wird.

In den Sommerferien 2018 sollte dann endlich der langjährige Plan in die Tat umgesetzt werden. Das Geld war genehmigt. Leider war im kompletten Jahr 2018 der Höhepunkt der Toiletten-Krise über die auch die Zeitung berichtete. Es kam Ihnen also passend, dass noch vor den Sommerferien am Berufskolleg in Meschede ein Messerangriff stattfand. In diesem Zuge fiel Ihnen nämlich auf, dass wir kein funktionsfähiges Amok-Warnsystem in unserem Hause verbaut haben. Kurzerhand wurden die Mittel für die Toiletten gestrichen und sollten in die neue sogenannte ELA-Anlage gesteckt werden. Anscheinend reicht das veranschlagte Geld für vier Toiletten und einem Aufzug über vier Etagen nicht aus, um eine adäquate ELA-Anlage anzuschaffen. Inzwischen haben wir ein Provisorium. Auf die Nachfrage, ob diese günstiger war und wenn ja, wohin das übrige Geld geflossen ist druckste Herr Schemme nur herum und behauptete das Geld sei in andere bauliche Maßnahmen im Schulzentrum geflossen.

Jetzt haben wir also weder neue Toiletten, noch ein ausreichendes Amok-Warnsystem. Die Extras in Ihrem schönen Rathaus gehen also auf Kosten unserer Sicherheit. In einem Gespräch mit dem damaligen Schülersprecher, nach Ihrem Entschluss für die ELA-Anlage, war unsere Sicherheit Ihre Handlungsmaxime. Glaubwürdig wirkt das jetzt im Nachhinein nicht.

Bei einem Begehungstermin am 27.02.2019 präsentierte Herr Schemme stolz die frisch renovierten Duschräume der ebenfalls renovierten Turnhalle. Stolz kann die Stadt allerdings nicht auf diese Toiletten sein. Bereits auf den ersten Blick fielen uns diverse Planungsfehler auf: Kein Spiegel ist vorhanden (trotz ausdrücklichem und bekanntem Wunsch) und die Wasserhähne entsprechen nicht den aktuellen Vorschriften, wie Herr Schemme hinterher selbst zugeben musste. Dies nur als die offensichtlichsten Fehler. Auch ist die Renovierung keine Eigenleistung der Stadt. Sie wurde aus dem Topf „Gute Schule 2020“ finanziert. Pläne für ein Selbstlernzentrum wurden von der Stadt verworfen und stattdessen über den Kopf der Schule hinweg beschlossen die Turnhalle zu renovieren. Von diesen Maßnahmen haben wir Schüler leider nichts, denn nach dem Sportunterricht in der Schule zu duschen schafft keiner. Das Geld kam also primär den Sportvereinen zugute, was keinesfalls abgewertet werden soll, allerdings sollte die Förderung für Schüler sein und nicht für Sportvereine.

Losgelöst von den Toiletten gibt es ein weiteres Problem, welches mindestens genauso schwer wiegt: Eine Wertschätzung der Stadt für unsere Arbeit findet nicht statt.

Wie oben genannt engagieren sich alle an dem Schulleben beteiligten Parteien aktiv und mit Spaß für die Schule. Dennoch müssen wir für jeden Cent kämpfen. Wir sind MINT Schule, arbeiten leider aber dennoch mit dem Office Paket von 2006 und mit Windows XP. Und trotz großer Erfolge im Fachbereich Chemie warten wir auf einen neuen Beamer und nur durch eine Förderung der Firma Arconic können wir neue Laptops anschaffen.

Das Gymnasium der Benediktiner bekommt allerdings mal eben, aufgrund falschen Wirtschaftens in die Pleite geraten, 15.000€ von Ihnen und das über einen Zeitraum von vier Jahren. Also insgesamt 60.000€, ohne irgendwelche Rechte als Privatschule abgeben zu müssen. Und das, obwohl nur 6% des Budgets vom Träger geleistet werden. Vergessen Sie bitte nicht, wessen Träger Sie sind. Denn letztendlich sind wir Ihre Schule. Nicht die auf dem anderen Berg.

Im Gespräch mit einigen Lehrern haben auch diese das, aus der Unterstützung der Benediktiner resultierende, Wertschätzungsproblem bemängelt. Anscheinend sind nicht nur wir Ihnen unlieb, sondern das gesamte August Macke Schulzentrum ist Ihnen ein Dorn im Auge, denn unsere Mitschüler der Realschule „Blagen“ zu nennen ist unerhört!

Damit wir wieder sagen können: „Ich gehe gerne in die Schule!“, laden wir Sie, Herrn Weber, herzlich dazu ein sich in einer offenen Fragerunde mit uns zu treffen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Eine Kopie dieses Schreibens geht auch an die WR/WP und den Sauerlandkurier.

Mit freundlichen Grüßen,

Die SV des Gymnasiums der Stadt Meschede


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