Eichmann-Vorlesung

Vorlesung aus den Eichmann-Protokollen

Jetzt fand für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Stadt Meschede anlässlich des jährlichen Auschwitz-Gedenktages am 27. Januar eine Theatervorführung zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust statt. Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 kamen zusammen, um eine Aufführung zu den Eichmann-Prototollen der Hannoverschen Kammerspiele zu verfolgen. Die beiden Akteure präsentierten Ausschnitte aus den Protokollen zum Verhör von Adolf Eichmann, der an der Deportation und Ermordung von 6 Millionen Juden maßgeblich beteiligt war, unterlegt mit treffenden Ausschnitten aus der weltweiten Presse Anfang der 1960iger Jahre.
Eichmann organisierte die Deportation und Ermordung in seiner Funktion im Reichssicherheitshauptamt und gilt noch heute als „Erfüllungsgehilfe" Hitlers, der die Untertanenmentalität der NS-Zeit und die menschenverachtende Sichtweise auf eine grausame Massenmord-Maschinerie prototypisch verkörpert.

Dabei wurde, für viele Schüler sehr erschreckend, herausgestellt, wie Eichmann zunächst über viele Jahre floh und schließlich jegliche Schuld von sich wies. Er selbst wurde im Jahre 1961 in Israel angeklagt und anschließend hingerichtet. Der Prozess erregte weltweit besonderes Aufsehen, da Agenten des israelischen Geheimdienstes Eichmann zuvor aus Argentinien entführt hatten.

Eichmann merkte während der Verhöre in Israel zu seiner Rolle bei der Ermordung der Juden an: „Das sind keine persönlichen Entscheidungen gewesen. Wäre ich nicht dort gewesen, irgendjemand anderer hätte genau dieselben Entscheidungen treffen müssen, auf Grund der vorliegenden Weisungen, Verordnungen und Befehle."

Die Aussagen, die Denkweise und das Vorgehen Eichmanns schockierten die Menschen der Zeit und ließen Hannah Arendt den Begriff von der "Banalität des Bösen" prägen.

Während viele Schüler die Lesung mit großem Interesse verfolgten und schließlich einige fundierte Rückfragen in der sich anschließenden Gesprächsrunde gestellt wurden, musste doch auch beobachtet werden, dass einzelne Schüler nur sehr schwer ein richtiges Gespür für die Grausamkeiten der damaligen Zeit entwickeln konnten und z.B mit ihren Handy hantierten.


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