BÜRGERZENTRUM ALTE SYNAGOGE MESCHEDE E.V.


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Der Bau der Mescheder Synagoge

Zerstörung des Gotteshauses am 10. November 1938

Die ehemalige Synagoge während und nach dem 2. Weltkrieg

Die Entstehung des "Bürgerzentrums Alte Synagoge"

Dokumentation der Bauarbeiten

Eröffnung des "Bürgerzentrums Alte Synagoge in Meschede"

 

Die Synagoge in der Kampstrasse

Foto: Bernd Schulte, Meschede

 

Der Bau der Mescheder Synagoge

Der Grundstein für den Bau der Mescheder Synagoge wurde am 21. August 1878 gelegt. Die Baupläne der jüdischen Gemeinde fanden in der damaligen Mescheder Öffentlichkeit eine positive Resonanz, das lässt die Berichterstattung der „Mescheder Zeitung" über die Grundsteinlegung erkennen. Die Synagoge wird als Bereicherung des Stadtbildes verstanden, die finanzielle Leistung der Gemeinde ausdrücklich gewürdigt: 

„Heute erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Synagoge unserer israelitischen Gemeinde. (...) Nach dem Bauplane zu urtheilen, wird die Synagoge ein schönes zweckdienliches Gebäude, was zur Verschönerung unserer Stadt gewiss auch beitragen wird. Daß der Bau eines solchen Gebäudes für eine so kleine Gemeinde wie die hiesige pecuniär nicht leicht ist, läßt sich denken ..." (Mescheder Zeitung vom 23. August 1878).

Nach einer nur einjährigen Bauzeit konnte am 15. und 16. August 1879 die Einweihungsfeier stattfinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anzeige aus der Mescheder Zeitung zur Einweihung der Synagoge, 

12. August 1879

Die neue Synagoge ersetzte den bisher von der Gemeinde genutzten Betraum in der oberen Etage des Hauses Berghoff bzw. Steinberg (heute Kotthoff) in der Mittelstraße (heute Gutenbergstraße). Die jüdische Gemeinde umfasste nicht nur die in Meschede lebenden Gemeindemitglieder - das waren zwischen 1835 und 1933 relativ konstant etwa 50 Personen -, zum Synagogenbezirk gehörten auch die in den umliegenden Ortschaften wohnenden jüdischen Familien (Der Synagogenbezirk umfasste die ehemalige Bürgermeisterei in Meschede und Eversberg sowie die Gemeinden Bödefeld und Rarbach in der Bürgermeisterei Fredeburg). Die neue Synagoge bot der Gemeinde ausreichend Platz als Haus des Gebets, der Versammlung und der Lehre.

Westfassade der Synagoge vor der Zerstörung

Grundriss der Synagoge vor der Zerstörung

Große Rundbogenfenster, der vorspringende Mittelteil mit der zweiflügligen Eingangstür und dem darüber liegenden runden Fenster bestimmten die klar gegliederte Front des repräsentativen zweistöckigen Gebäudes aus roten Ziegelmauerwerk. Auf die Giebelspitze der Fassade waren zwei steinerne Tafeln aufgesetzt, die symbolisch auf die 10 Gebote, die Moses von Gott erhielt, verwiesen. Der fünfzackige Stern im Fenster über der Eingangstür und im oberen Drittel der Fenster im Erdgeschoss, auch als Siegel Salomons bekannt, stellte eine Besonderheit der Mescheder Synagoge dar, üblicherweise wurde der sechseckige Davidsstern dargestellt.

Die Innenausstattung der Synagoge, wie sie um 1930 aussah, lässt sich nur noch durch Berichte von Zeitzeugen rekonstruieren.

Der Gebetsraum selbst erstreckte sich demnach über beide Etagen. Ein roter Teppich führte durch den Mittelgang zum Thoraschrank, der sich, wie in Synagogen üblich, an der Ostseite befand. Links und rechts vom Mittelgang waren die Bankreihen aus Naturholz angeordnet. Jede Bank war mit einer Klappe für die Bücher, die Gebetsschals und die Käppchen, die die Männer beim Gebet trugen, ausgestattet. Die Frauen saßen getrennt von den Männern auf der Empore, auf der auch das Harmonium stand. Den Gebetsraum betrat man über 4 bis 5 Stufen, die in den Gebetsraum hinab führten. Die Fenster in den Seitenwänden waren farbig gestaltet.

Im vorderen Teil des Gebäudes, neben dem Haupteingang lag die Hausmeisterwohnung, im oberen Stockwerk befand sich das Zimmer des Kantors, der hier auch den jüdischen Kindern Religionsunterricht erteilte.

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© Bürgerzentrum Alte Synagoge e.V., Meschede