Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

Home   Vorbemerkung   Biologie  Deutsch  Englisch  Geschichte   Auswertung


Die Entwicklung des Deutschen Zollvereins

aus: Wagner, Wilhelm J., Neuer grosser Bildatlas der deutschen Geschichte, Gütersloh, München (Chronik-Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag), 1999, S. 208 f.

 

Preußisch-hessisches Zollgebiet: Das Zollabkommen zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt vom 14.2.1828 stellt die erste handelspolitische Verbindung zu einem süddeutschen Staat her. Im Vertrag verzichtet Preußen auf jegliche Vorrechte gegenüber dem wirtschaftlich schwächer gestellten Hessen und nimmt finanzielle Nachteile in Kauf. Dafür akzeptiert die hessische Zollverwaltung eine Umorganisation nach preußischem Vorbild. Zolleinnahmen werden nach dem Verhältnis der Bevölkerungszahlen Hessen-Darmstadts und des westlichen Preußen aufgeteilt. Das Abkommen (ursprünglich bis zum 31.12.1834) endet vorzeitig durch die Gründung des Deutschen Zollvereins am 1.1.1834.

 

Mitteldeutscher Handelsverein: Der "Vertrag zur Beförderung des freien Handels und Verkehrs" vom 24.9.1828 ist die Reaktion von 17 mitteldeutschen Staaten auf den preußisch-hessischen Zollvertrag und den "Süddeutschen Zollverein". Der Vertrag findet die Förderung der europäischen Großmächte mit Ausnahme Russlands, das Preußen unterstützt. Der Vertragsunterzeichnung geht die "Frankfurter Erklärung" voraus, die den mitteldeutschen Signatarstaaten den Beitritt zu einem anderen Zollverband für drei Jahre untersagt. Damit soll eine Stärkung des preußisch-hessischen Zollvereins verhindert werden. Für Preußen bestimmte Güter werden mit höheren Durchgangszöllen belastet, die Einnahmen dienen dem Ausbau der Fernverkehrsstraßen. Da aber die einzelnen Staaten ihre eigene Wirtschaftspolitik verfolgen, bleibt die Gründung einer Zollunion Utopie. Der Handelsverein erlangt während seines Bestehens keine wirtschaftspolitische Bedeutung, da ihn der Handelsvertrag mit Preußen vom 27.5.1829 unterläuft. Der Mitteldeutsche Handelsverein erlischt vor der Gründung des Deutschen Zollvereins.

 

Süddeutscher Zollverein: Am 18.1.1828 unterzeichnen Bayern und Württemberg einen Zollvertrag, der am 1.7.1828 in Kraft tritt. Er beendet jahrelange Verhandlungen süd- und mitteldeutscher Staaten, die bereits 1820 begonnen haben. Der Zollvertrag belässt beiden Staaten das eigene Verwaltungssystem, gegenseitige Kontrollen sollen die Einheitlichkeit sichern. Zölle werden nur an den Außengrenzen der beiden Staaten erhoben. Die Einnahmen will man den Bevölkerungszahlen entsprechend aufteilen, Bayern sichert sich durch ein Zusatzabkommen 72 %. Die Gründung des Deutschen Zollvereins beendet den Vertrag.

 

Deutscher Zollverein: Am 22.3.1833 vereinigen sich der preußisch-hessische und der bayerisch-württembergische Zollverein zu einem Verbund, der. auf acht Jahre befristet, am 1.1.1834 in Kraft tritt. Erklärtes Ziel ist die Errichtung eines einheitlichen Wirtschaftsraumes der deutschen Staaten, ein gemeinsamer Markt ohne Binnenzölle und eine Zollgrenze gegenüber dritten Staaten. Seit den Befreiungskriegen ist ein geschlossener deutscher Wirtschaftsraum immer wieder gefordert worden. Das preußische Zollgesetz vom 16.5.1818, mit dem Preußen sich ein einheitliches Zollgebiet gibt und den Freihandel einführt, wird zum Kern des Deutschen Zollvereins, dem sich allmählich alle anderen deutschen Länder, ausgenommen Österreich, anschließen. 1842 umfasst der Verein 28 Staaten mit 25 Mio. Einwohnern.  

 

Steuerverein: Am 1.5.1834 schließen sich Braunschweig und Hannover zum norddeutschen Zoll- und Handelsverband zusammen, der am 1.6. 1835 in Kraft tritt. 1836 tritt Oldenburg dem Verein bei und 1838 Schaumburg-Lippe. Unmittelbarer Anlass ist das Scheitern des Mitteldeutschen Handelsvereins. Der Steuerverein verwehrt dem Deutschen Zollverein den Zugang zur Nordsee, begünstigt aber gleichzeitig Importe aus Großbritannien. 

Zurück


© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann