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Zeitgenossen und ihre Haltung zur
Romantik
Wirkung beim Publikum und Absicht
der Künstler
Die romantischen Künstler wollten die
Poetisierung des Lebens, die Steigerung der Illusion durch den romantischen Stil
und die Verwischung von Gattungen. Volkslieder und Märchen wurden gesammelt, um
den Bezug der Literatur zum Volk bestehen zu lassen. Generell hatten die
Künstler der Romantik die Absicht, Grenzen zu verwischen oder ganz verschwinden
zu lassen und die Versöhnung zwischen Mensch und Natur herbeizuführen. Beim
Publikum trat zunächst eine unterschiedliche Wirkung ein. Während das
gebildete Volk, vor allem aber die Frauen relativ Gefallen an den neuen
romantischen Werken fanden, war dieser neue Stil bei den Adeligen anfangs sehr
verrufen. Das lag wohl vor allem daran, dass sie die Grenzen zwischen ihrem
Stand und beispielweise dem Bürgertum unbedingt aufrecht erhalten wollten.
Zeitgenossen und ihre Einstellung
zur Romantik
Wichtige
literarische Zeitgenossen spalteten sich in ihrer Einstellung zur Romantik
genauso wie die Leserschaft. Während die romantischen Schriftsteller selbst
natürlich eine überaus positive Einstellung zu ihrem Stil hatten, gab es auch
einige Gegner. E.T.A. Hoffmann ist einer der populärsten Vertreter der Romantik
in seiner Zeit. Allerdings steht auch er Teilen der romantischen Bewegung
kritisch gegenüber. Weitere wichtige Vertreter der Romantik waren auch Ludwig
Tieck oder Friedrich von Schlegel. Ein bedeutender Vertreter der Romantik war
auch Novalis, eigentlich Friedrich von Hardenberg. Er beschreibt in seinen
dichterischen Werken, die in seinem religiös geprägten Naturverständnis
geschrieben waren, u.a. das mystische Symbol der „Blauen Blume".
| Einer der wichtigsten
Gegner der Romantiker war Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Sein Satz „Was
vernünftig ist, ist wirklich und was wirklich ist, ist vernünftig",
macht klar, dass Hegels Einstellung nicht mit denen der Romantiker
übereinkommen kann. Hegel fordert eine klare Abgrenzung zwischen
Realität und Phantasie und verhält sich damit gegensätzlich zu den
Romantikern. Auch Wilhelm Hauff ist einer zeitgenössischer Gegner der
Romantik. Er kritisiert jedoch nicht die Gedanken der Romantiker an sich;
im Gegenteil. Hauff steht mit seinen Gedichten sogar selbst dem
romantischen Stil sehr nahe. Vielmehr ist er gegen die große Beliebtheit
der Schriften bei den Frauen und die ersten weiblichen Schriftsteller. Vor
dieser Zeit war es Frauen kaum möglich, diese Tätigkeit auszuüben. Da
die meisten männlichen Zeitgenossen aber eher konservativ eingestellt
waren, standen diese dieser Reform natürlich eher verhalten gegenüber,
so auch Hauff.
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aus:
http://gutenberg.aol.de |
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Lindenhahn,
Reinhard Romantik. Arbeitsheft zur Literaturgeschichte, Berlin 1998
(Cornelsen); S.46
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Caspar
David Friedrich:
"In
ruhiger stiller Dämmerung, der Scheide zwischen Tag und Nacht, stehen
noch die gewaltigen Überreste vergangener Jahrhunderte und erheben sich
in Spitzbogen und Wölbungen als Zeugen früherer großer Vergangenheit
über die kränkelnde Gegenwart."
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Richard
Wagner (1813-1883):
"Die
Natur, und nur die Natur kann auch die Entwirrung des großen
Weltgeschickes allein vollbringen."
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aus:
http://gutenberg.aol.de |
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aus:
http://gutenberg.aol.de
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Novalis
(Friedrich von Hardenberg):
"Die
Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt. - Der Sinn für Poesie
hat viel mit dem Sinn für Mystizism gemein. Er ist der Sinn für das
Eigentümliche, Personelle, Ungekannte, Geheimnisvolle, zu Offenbarende.
Er sieht das Unsichtbare, fühlt das Unfühlbare. - Schön, romantisch,
harmonisch sind nur Teilausdrücke des Poetischen. Das ganze
Menschengeschlecht wird am Ende poetisch." |
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Ludwig
van Beethoven (1770-1827):
"Ist
es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig!
Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken? Allmächtiger im Walde!
Ich bin selig, glücklich im Wald: jeder Baum spricht durch dich, o Gott!
welche Herrlichkeit! In einer solchen Waldgegend, in den Höhe ist Ruhe,
Ruhe, ihm zu dienen." |
Bild
unbekannter Herkunft |
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aus:
http://gutenberg.aol.de
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Johann
Wolfgang Goethe (1749-1832):
"Das
Klassische nenne ich das Gesunde, und das Romantische das Kranke. Und da
sind die Nibelungen klassisch wie der Homer, denn beide sind gesund und
tüchtig. Das meiste Neure ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil
es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht klassisch,
weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist. Wenn wir
nach solchen Qualitäten Klassisches und Romantisches unterscheiden, so
werden wir bald im reinen sein." |
Verfasser:
Antje Düllmann, Daniel Köhne, Amrei Tschuschke, Dominik König
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