Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Zeitgenossen und ihre Haltung zur Romantik

Wirkung beim Publikum und Absicht der Künstler

Die romantischen Künstler wollten die Poetisierung des Lebens, die Steigerung der Illusion durch den romantischen Stil und die Verwischung von Gattungen. Volkslieder und Märchen wurden gesammelt, um den Bezug der Literatur zum Volk bestehen zu lassen. Generell hatten die Künstler der Romantik die Absicht, Grenzen zu verwischen oder ganz verschwinden zu lassen und die Versöhnung zwischen Mensch und Natur herbeizuführen. Beim Publikum trat zunächst eine unterschiedliche Wirkung ein. Während das gebildete Volk, vor allem aber die Frauen relativ Gefallen an den neuen romantischen Werken fanden, war dieser neue Stil bei den Adeligen anfangs sehr verrufen. Das lag wohl vor allem daran, dass sie die Grenzen zwischen ihrem Stand und beispielweise dem Bürgertum unbedingt aufrecht erhalten wollten.

Zeitgenossen und ihre Einstellung zur Romantik

Wichtige literarische Zeitgenossen spalteten sich in ihrer Einstellung zur Romantik genauso wie die Leserschaft. Während die romantischen Schriftsteller selbst natürlich eine überaus positive Einstellung zu ihrem Stil hatten, gab es auch einige Gegner. E.T.A. Hoffmann ist einer der populärsten Vertreter der Romantik in seiner Zeit. Allerdings steht auch er Teilen der romantischen Bewegung kritisch gegenüber. Weitere wichtige Vertreter der Romantik waren auch Ludwig Tieck oder Friedrich von Schlegel. Ein bedeutender Vertreter der Romantik war auch Novalis, eigentlich Friedrich von Hardenberg. Er beschreibt in seinen dichterischen Werken, die in seinem religiös geprägten Naturverständnis geschrieben waren, u.a. das mystische Symbol der „Blauen Blume". 

Einer der wichtigsten Gegner der Romantiker war Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Sein Satz „Was vernünftig ist, ist wirklich und was wirklich ist, ist vernünftig", macht klar, dass Hegels Einstellung nicht mit denen der Romantiker übereinkommen kann. Hegel fordert eine klare Abgrenzung zwischen Realität und Phantasie und verhält sich damit gegensätzlich zu den Romantikern. Auch Wilhelm Hauff ist einer zeitgenössischer Gegner der Romantik. Er kritisiert jedoch nicht die Gedanken der Romantiker an sich; im Gegenteil. Hauff steht mit seinen Gedichten sogar selbst dem romantischen Stil sehr nahe. Vielmehr ist er gegen die große Beliebtheit der Schriften bei den Frauen und die ersten weiblichen Schriftsteller. Vor dieser Zeit war es Frauen kaum möglich, diese Tätigkeit auszuüben. Da die meisten männlichen Zeitgenossen aber eher konservativ eingestellt waren, standen diese dieser Reform natürlich eher verhalten gegenüber, so auch Hauff.

 

aus: http://gutenberg.aol.de

Lindenhahn, Reinhard Romantik. Arbeitsheft zur Literaturgeschichte, Berlin 1998 (Cornelsen); S.46

Caspar David Friedrich:

"In ruhiger stiller Dämmerung, der Scheide zwischen Tag und Nacht, stehen noch die gewaltigen Überreste vergangener Jahrhunderte und erheben sich in Spitzbogen und Wölbungen als Zeugen früherer großer Vergangenheit über die kränkelnde Gegenwart."

 

 

Richard Wagner (1813-1883):

"Die Natur, und nur die Natur kann auch die Entwirrung des großen Weltgeschickes allein vollbringen."

 

aus: http://gutenberg.aol.de

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Novalis (Friedrich von Hardenberg):

"Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt. - Der Sinn für Poesie hat viel mit dem Sinn für Mystizism gemein. Er ist der Sinn für das Eigentümliche, Personelle, Ungekannte, Geheimnisvolle, zu Offenbarende. Er sieht das Unsichtbare, fühlt das Unfühlbare. - Schön, romantisch, harmonisch sind nur Teilausdrücke des Poetischen. Das ganze Menschengeschlecht wird am Ende poetisch."

Ludwig van Beethoven (1770-1827):

"Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig! Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken? Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Wald: jeder Baum spricht durch dich, o Gott! welche Herrlichkeit! In einer solchen Waldgegend, in den Höhe ist Ruhe, Ruhe, ihm zu dienen."

Bild unbekannter Herkunft

aus: http://gutenberg.aol.de

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832):

"Das Klassische nenne ich das Gesunde, und das Romantische das Kranke. Und da sind die Nibelungen klassisch wie der Homer, denn beide sind gesund und tüchtig. Das meiste Neure ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht klassisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist. Wenn wir nach solchen Qualitäten Klassisches und Romantisches unterscheiden, so werden wir bald im reinen sein."

Verfasser: Antje Düllmann, Daniel Köhne, Amrei Tschuschke, Dominik König

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