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Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede Stufe 12 Home Vorbemerkung Biologie Deutsch Englisch Geschichte Auswertung |
Ludwig Tieck gehört zu den wenigen Autoren der deutschen Literatur, die im Laufe eines langen Lebens aktiv an mehreren literarischen Strömungen teilhaben: Er beginnt im Gefolge der Berliner Spätaufklärung unter Friedrich Nicolai (1733–1811), betreibt den innovativen Umbruch zur frühen Romantik mit (gemeinsam mit seinem Freund Wackenroder), entwickelt seine literarische Technik zur erfolgsgewohnten Schreibweise eines Novellenautors der 1830er und 40er-Jahre (mit biedermeierlichem Einschlag) und nimmt schließlich an den ersten Ausprägungen einer bürgerlichen Literatur des Realismus teil. Einige seiner wichtigsten Werke: Nacherzählung und Umarbeitung der alten Volkslieder Dramatisierung von Sagenstoffen Märchen Novellen Lyrik Franz Sternbalds Wanderungen (1836) Der gestiefelte Kater (1797)
Textbeispiel: Ludwig Tieck, Melankolie
Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten Durch Wolkenschleier matt und bleich, Die Flur durchstrich das Geisterreich, Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten, Und zorn´ge Götter mich ins Lebens sandten.
Die Eule sang mir grause Wiegenlieder Und schrie mir durch die stille Ruh Ein gräßliches: Willkommen! zu. Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder Und grüßten mich als längst bekannte Brüder.
Da sprach der Gram in banger Geisterstunde: Du bist zu Qualen eingeweiht, Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit, Die Bogen sind gespannt und jede Stunde Schlägt grausam dir stets neue blut´ge Wunde.
Dich werden alle Menschenfreuden fliehen, Dich spricht kein Wesen freundlich an, Du gehst die wüste Felsenbahn, Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen, Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.
Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt, Der Schirm in Jammer und in Leiden, Die Blüte aller Menschenfreuden, Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt, Wo Durst aus sel´gem Born Erquicken trinkt,
Die Liebe sei auf ewig dir versagt. Das Tor ist hinter dir geschlossen, Auf der Verzweiflung wilden Rossen Wirst du durchs öde Leben hingejagt, Wo keine Freude dir zu folgen wagt.
Dann sinkst du in die ew´ge Nacht zurück, Sieh tausend Elend´ auf dich zielen, Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen! Ja erst im ausgelöschten Todesblick Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück. -
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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001; Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann |