Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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(Johann) Ludwig Tieck (1773–1853)

  • Ludwig Tieck wird am 31. Mai1773in Berlin geboren.

  • von 1792–94 hat Tieck in Halle, Göttingen und Erlangen Jura studiert

  • 1794 beginnt Tieck ein Leben als freier Schriftsteller in Berlin. Kontakte mit den literarischen Größen seiner Zeit sollen den Weg ebnen: In Jena lernt T. Novalis, die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel und Brentano kennen. Besuche führen ihn zu Schiller und Goethe.

  • 1798 heiratet Tieck Amalie Alberti

  • 1853 stirbt Tieck nach langen Jahren der Krankheit am 28. April in Berlin.

 

aus: http://gutenberg.aol.de

Ludwig Tieck gehört zu den wenigen Autoren der deutschen Literatur, die im Laufe eines langen Lebens aktiv an mehreren literarischen Strömungen teilhaben: Er beginnt im Gefolge der Berliner Spätaufklärung unter Friedrich Nicolai (1733–1811), betreibt den innovativen Umbruch zur frühen Romantik mit (gemeinsam mit seinem Freund Wackenroder), entwickelt seine literarische Technik zur erfolgsgewohnten Schreibweise eines Novellenautors der 1830er und 40er-Jahre (mit biedermeierlichem Einschlag) und nimmt schließlich an den ersten Ausprägungen einer bürgerlichen Literatur des Realismus teil.

Einige seiner wichtigsten Werke:

Nacherzählung und Umarbeitung der alten Volkslieder

Dramatisierung von Sagenstoffen

Märchen

Novellen

Lyrik

Franz Sternbalds Wanderungen (1836)

Der gestiefelte Kater (1797)

 

Textbeispiel:

Ludwig Tieck, Melankolie

 

Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten

Durch Wolkenschleier matt und bleich,

Die Flur durchstrich das Geisterreich,

Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten,

Und zorn´ge Götter mich ins Lebens sandten.

 

Die Eule sang mir grause Wiegenlieder

Und schrie mir durch die stille Ruh

Ein gräßliches: Willkommen! zu.

Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder

Und grüßten mich als längst bekannte Brüder.

 

Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:

Du bist zu Qualen eingeweiht,

Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,

Die Bogen sind gespannt und jede Stunde

Schlägt grausam dir stets neue blut´ge Wunde.

 

Dich werden alle Menschenfreuden fliehen,

Dich spricht kein Wesen freundlich an,

Du gehst die wüste Felsenbahn,

Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen,

Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.

 

Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt,

Der Schirm in Jammer und in Leiden,

Die Blüte aller Menschenfreuden,

Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt,

Wo Durst aus sel´gem Born Erquicken trinkt,

 

Die Liebe sei auf ewig dir versagt.

Das Tor ist hinter dir geschlossen,

Auf der Verzweiflung wilden Rossen

Wirst du durchs öde Leben hingejagt,

Wo keine Freude dir zu folgen wagt.

 

Dann sinkst du in die ew´ge Nacht zurück,

Sieh tausend Elend´ auf dich zielen,

Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!

Ja erst im ausgelöschten Todesblick

Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück. - 

 

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann