Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Die Anfertigung der Kleidung

Zeitleiste

Bis 1851 wird Kleidung fast ausschließlich von Hand gefertigt. Erst die Industrialisierung machte die Massenproduktion von Kleidung möglich und führte damit auch zu einem schnellen Wechsel der Modestile.

Bis dahin war auf dem Lande und bei armen Leuten die gesamte Familie damit beschäftigt, die Kleidung, die meist sehr zweckmäßig und einfach war, herzustellen. Von der Gewinnung der dazu erforderlichen Rohstoffe bis zum fertigen Kleidungsstück fand dieser Prozess in häuslicher Eigenproduktion statt. Reichere Leute, insbesondere in den Städten, beschäftigten dagegen eine Näherin außer Haus oder ließen zeitweise eine Näherin ins Haus kommen. Allerdings begann der Übergang vom traditionellen Handwerk, das auf Bestellung Einzelmodelle anfertigte, zur Konfektion bereits in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts statt: Die vereinzelten Konfektionäre produzierten Fertigkleidung in Serien, indem sie eine Vielzahl von Näherinnen beschäftigten, die die Modelle jedoch weiterhin von Hand nähten. Mit zunehmender Verstädterung und dementsprechender größerer Nachfrage nach Konfektionskleidung vergaben die Konfektionäre Aufträge an sog. Zwischenmeister, die ihrerseits Frauen - vor allem aus den schlecht bezahlten Unterschichten - als Näherinnen vorwiegend in Heimarbeit beschäftigten. Allerdings kam es durchaus vor, dass verarmte oder verwitwete Frauen aus dem Bürgertum als Näherinnen arbeiteten; sie übten diese Tätigkeit immer in Heimarbeit und nicht selten heimlich aus, um ihre Armut zu verbergen (vgl. http://landow.stg.brown.edu/victorian/gender/ugoretz1.html). Das Nähen wurde zunehmend von Frauen ausgeübt, durch die verlagsähnlich arbeitenden Konfektionsbetriebe kam es zum Absinken ehemals selbständig arbeitender Schneider zu bloßen Hosen- oder Rocknähern, da nur eine Spezialisierung der für den Unternehmer arbeitenden „Schneider" den Anforderungen der Massenproduktion gerecht werden konnte. Konfektionskleidung ermöglichte breiten Schichten, von Fachkräften gearbeitete Kleidung zu tragen.

Industrielle Konfektionsfertigung

aus: Kleidung und Mode, Hildesheim 1994, S. 39

Voraussetzung für die Entstehung der Konfektion waren der Wegfall der Zunftbindungen und die Vereinfachung der Schnitte. Daher entsteht die Konfektion in Frankreich und England, während die Zunftbindungen in vielen deutschen Staaten auch noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in diesem Bereich einen Rückstand bewirkten.

Die Entstehung der Konfektion ist der erste Schritt zur Existenz der heutigen haute couture, die von Designern entworfen und in Einzelmodellen gefertigt wird. Mit Charles Frederick Worth beginnt diese Entwicklung 1857. Sie spiegelt das Bedürfnis wohlhabender Schichten, sich durch ihre Kleidung von der Masse, die immer noch Selbstgemachtes, ab 1851 mit der Nähmaschine genäht, oder Konfektion trägt, abzuheben.

1770 Gründung des ersten bedeutenden Konfektionsbetriebes in Paris
seit 1789 Entstehung zahlreicher Konfektionsbetriebe in Paris und größeren Städten in Frankreich
1799 Gründung des ersten deutschen Konfektionshauses, der Firma Korn und Hosstrup, in Hamburg
1836 Gründung des Konfektionsbetriebes für Mäntel durch Valentin Manheimer in Berlin

Der 70. Geburtstag des Kommerzienrates Valentin Manheimer, 1885

Gemälde von Anton Alexander von Werner

aus: www.dhm.de/ausstellungen/bildzeug/qtvr/DHM/n/BuZKopie/raum_27.04.htm

 

ab 1840 Entstehung zahlreicher Konfektionsbetriebe

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann