Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

Home   Vorbemerkung   Biologie  Deutsch  Englisch  Geschichte   Auswertung


aus: 150 Jahre Reclam. Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-1978, zusammengestellt von Dietrich Bode, Stuttgart o.J. (Reclam), 34

Anton Philipp Reclam wurde am 28.6.1807 in Leipzig geboren, wo er auch am 5.1.1896 starb. Im Jahre 1828 kaufte er das "Literarische Museum" in Leipzig und gründete dort im gleichen Jahre seinen Verlag. Seit 1839 betrieb er auch eine eigene Druckerei.

Die Gründung von "Reclams-Universal-Bibliothek", die er zusammen mit seinem Sohn konzipiert hatte, erfolgte 1867. Er warb damit, die Werke Goethes und Lessings in korrektem Druck, texttreu und in guter Ausstattung zu einem geringen Preis anzubieten. Aufgrund dieser Tatsachen nannten ihn seine Konkurrenten "Groschenreclam". Er warb auch damit, keine Gesamtausgaben zu verkaufen, sondern es dem Interessenten zu ermöglichen, sich eine individuelle "Bibliothek" aus Einzelwerken selbst frei zusammen stellen zu können.

Neben "Classischem" bot Reclam auch Stücke modischer zeitgenössischer Literatur, auch aus dem Bereich der Unterhaltung, in der Universal-Bibliothek an. Er wollte auf diesem Wege eher mittellose Teile der Bevölkerung für den Kauf von Büchern gewinnen, ihre Schwellenangst überwinden und sie zugleich an die Werke der deutschen Klassik und der Weltliteratur heranführen.

Seiner weltanschaulichen Zuordnung nach zählt Philipp Reclam zu den jungdeutschen Liberalen, die ihren zupackenden Patriotismus mit einer (aus damaliger Sicht radikalen) demokratischen Grundüberzeugung verbanden. Daraus erklärt sich sein Konzept, mit preiswerten und anspruchsvollen Büchern nicht nur neue Käuferschichten als Buchproduzent zu erschließen, sondern auch einen Beitrag zur Volksbildung leisten zu wollen. Zu sehen ist dies daran, dass noch heute wie im Gründungsjahr 1867 das Programm der RUB mit Goethes "Faust" (Bd. 1 und 2) und Lessings "Nathan der Weise" (Bd. 3) eröffnet wird (s.u.).

Ende 1869 stockte Reclam sein zunächst auf 35 Bändchen geplantes Programm auf 120 Titel auf. Hierbei erweiterte er nicht nur die Auswahl der Autoren, er ließ auch ein durchdachtes Werbekonzept erarbeiten und vereinfachte das Auslieferungsverfahren, den Weg vom Verlag zum Buchhändler. Am Prinzip, jeden Titel einzeln zu veröffentlichen, hielt er jedoch strikt fest.

Nach dem Tode Philipp Reclams gelang es seinem Sohn Heinrich, die Idee der einfachen Vermarktung eines einfach hergestellten Markenprodukts erfolgreich beizubehalten und weiter zu entwickeln: 1911 ließ er z.B. einen raumsparenden Schrank entwerfen, den er den Buchhändlern zur Verfügung stellte, um diesen eine unkomplizierte, das komplette Angebot bereit haltende Lagerhaltung schmackhaft zu machen (s.u.). An Bahnhöfen wurden Automaten aufgestellt, aus denen Reclamheftchen "gezogen" werden konnten, die dort standortbezogen (Reiselektüre) angeboten wurden. Der Verleger selbst nannte dies ein "selbständiges Filialgeschäft ohne große Anlagekapitalien und hohe Personalkosten."

Quellen: 

Der Brockhaus multimedial 2001, Bibliografisches Institut & F.A. Brockhaus, 2001

150 Jahre Reclam. Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-1978, zusammengestellt von Dietrich Bode, Stuttgart o.J. (Reclam)

Der erste erhaltene Prospekt der Universal-Bilbiothek (1867)

aus: 150 Jahre Reclam. Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-1978, zusammengestellt von Dietrich Bode, Stuttgart o.J. (Reclam), S. 33

 

Gestell, um Reclam-Hefte im Schaufenster zu präsentieren

aus: 150 Jahre Reclam. Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-1978, zusammengestellt von Dietrich Bode, Stuttgart o.J. (Reclam), S. 111

Reclams Schrank für Buchhändler

aus: 150 Jahre Reclam. Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-1978, zusammengestellt von Dietrich Bode, Stuttgart o.J. (Reclam), S. 110

Zurück


© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann