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Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede Stufe 12 Home Vorbemerkung Biologie Deutsch Englisch Geschichte Auswertung |
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Mode und wirtschaftlich-technische Entwicklung Der Weg zum Einsatz der Nähmaschine
Herstellung von Stoffen Zeitleiste (ausgewählte Daten)
Abgesehen von den in häuslicher Eigenproduktion produzierten Stoffen wurden Stoffe im 18. Jahrhundert und auch noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Verlagssystem durch Heimspinner und Heimweber hergestellt. Die in England im 18. Jahrhundert erfundenen Arbeitsmaschinen, Spinnmaschine und Webmaschine, revolutionierten die Stoffherstellung, indem die Heimarbeit durch das Fabriksystem abgelöst wurde. Durch die größere Produktionskapazität der Industrie kamen Stoffe in großen Mengen und in großer Vielfalt auf den Markt. Von England aus kamen vor allem durch das Walzendruckverfahren preiswert gewordene bedruckte Baumwollstoffe nach Europa, die bisher, da sie nicht in Eigenproduktion hergestellt werden konnten, teure Stoffe waren, jetzt aber Massenware wurden. Anfangs handelte es sich noch um schwere Qualitäten, die jedoch mit zunehmender Verfeinerung der Maschinen immer leichter und dünner wurden, so dass auch die entsprechende Mode luftiger werden konnte. Die Maschinen ermöglichten, sehr viele Muster herzustellen, und die Stoffe wurden mit natürlichen Substanzen eingefärbt. Neben Baumwolle wurde vorwiegend Wolle oder Leinen verarbeitet, auf dem Kontinent aufgrund der Zunftbindungen teilweise noch längere Zeit im Verlagssystem.
Teuer und daher den Wohlhabenden vorbehalten blieben Mischgewebe aus Wolle und Leinen oder Leinen und Baumwolle sowie natürlich Seide, die aus Indien oder China importiert wurde. England behielt trotz verschiedener, allerdings nur vereinzelter Gründungen von Spinnereien lange seinen Vorsprung in der Stoffherstellung, an dem auch die von Napoleon 1806 verhängte Kontinentalsperre nichts ändern konnte. Zwar führte die Kontinentalsperre zu einer Gründungswelle von mechanischen Spinnereien vor allem in der Schweiz, jedoch konnte die schweizerische Baumwollspinnerei erst 1830 Anschluss an die englische Produktion finden. Zum Rückstand der Textilindustrie auf dem Kontinent trug zunächst auch das 1820 erlassene Ausfuhrverbot für Textilmaschinen aus England bei; dass aber auch Zunftbindungen und die staatliche Wirtschaftspolitik eine entscheidende Rolle spielen, zeigt sich daran, dass die ersten deutschen Spinnereien und Webereien in den Staaten entstanden, in denen eine Liberalisierung der Wirtschaftspolitik stattfand (vor allem in Preußen und Sachsen). Wie bereits Anfang des Jahrhunderts in England, wo die Maschinenstürmerbewegung 1811/12 mit der Niederschlagung des Aufstands der Luddisten ihren Höhenpunkt erlebte, gab es auch in Deutschland Widerstand der Heimspinner und -weber gegen die Einführung von Maschinen. Allerdings ist der Weberaufstand von 1844 in Peterswaldau, der sich gegen die Verleger richtete, ein weiteres Beispiel für die Rückständigkeit Deutschlands in Bezug auf die industrielle Stoffherstellung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001; Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann |