Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Geschichte:
1765-1819
1820-1847
1848-1871
Statistischer Anhang: Bevölkerung
Statistischer Anhang: Wirtschaftsdaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

         

Mode und wirtschaftlich-technische Entwicklung

Herstellung von Stoffen

Anfertigung der Kleidung

Der Weg zum Einsatz der Nähmaschine

Verbreitung der Mode

 

Herstellung von Stoffen

Zeitleiste (ausgewählte Daten)

 

Abgesehen von den in häuslicher Eigenproduktion produzierten Stoffen wurden Stoffe im 18. Jahrhundert und auch noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Verlagssystem durch Heimspinner und Heimweber hergestellt. Die in England im 18. Jahrhundert erfundenen Arbeitsmaschinen, Spinnmaschine und Webmaschine, revolutionierten die Stoffherstellung, indem die Heimarbeit durch das Fabriksystem abgelöst wurde. Durch die größere Produktionskapazität der Industrie kamen Stoffe in großen Mengen und in großer Vielfalt auf den Markt.

Von England aus kamen vor allem durch das Walzendruckverfahren preiswert gewordene bedruckte Baumwollstoffe nach Europa, die bisher, da sie nicht in Eigenproduktion hergestellt werden konnten, teure Stoffe waren, jetzt aber Massenware wurden. Anfangs handelte es sich noch um schwere Qualitäten, die jedoch mit zunehmender Verfeinerung der Maschinen immer leichter und dünner wurden, so dass auch die entsprechende Mode luftiger werden konnte. Die Maschinen ermöglichten, sehr viele Muster herzustellen, und die Stoffe wurden mit natürlichen Substanzen eingefärbt.

Neben Baumwolle wurde vorwiegend Wolle oder Leinen verarbeitet, auf dem Kontinent aufgrund der Zunftbindungen teilweise noch längere Zeit im Verlagssystem.

Heimarbeit

Bild unbekannter Herkunft

Teuer und daher den Wohlhabenden vorbehalten blieben Mischgewebe aus Wolle und Leinen oder Leinen und Baumwolle sowie natürlich Seide, die aus Indien oder China importiert wurde.

England behielt trotz verschiedener, allerdings nur vereinzelter Gründungen von Spinnereien lange seinen Vorsprung in der Stoffherstellung, an dem auch die von Napoleon 1806 verhängte Kontinentalsperre nichts ändern konnte. Zwar führte die Kontinentalsperre zu einer Gründungswelle von mechanischen Spinnereien vor allem in der Schweiz, jedoch konnte die schweizerische Baumwollspinnerei erst 1830 Anschluss an die englische Produktion finden. Zum Rückstand der Textilindustrie auf dem Kontinent trug zunächst auch das 1820 erlassene Ausfuhrverbot für Textilmaschinen aus England bei; dass aber auch Zunftbindungen und die staatliche Wirtschaftspolitik eine entscheidende Rolle spielen, zeigt sich daran, dass die ersten deutschen Spinnereien und Webereien in den Staaten entstanden, in denen eine Liberalisierung der Wirtschaftspolitik stattfand (vor allem in Preußen und Sachsen). Wie bereits Anfang des Jahrhunderts in England, wo die Maschinenstürmerbewegung 1811/12 mit der Niederschlagung des Aufstands der Luddisten ihren Höhenpunkt erlebte, gab es auch in Deutschland Widerstand der Heimspinner und -weber gegen die Einführung von Maschinen. Allerdings ist der Weberaufstand von 1844 in Peterswaldau, der sich gegen die Verleger richtete, ein weiteres Beispiel für die Rückständigkeit Deutschlands in Bezug auf die industrielle Stoffherstellung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1728 erste Webstuhlsteuerung durch gelochte Holzbrettchen durch M. Falcon
bis 1733 10 Spinnerinnen sind nötig, um das für einen Weber erforderliche Garn zu liefern
1733 Erfindung des „Schnellschützen" durch John Kayden: Weberschiffchen, das von Schnüren durch das Gewebe bewegt wird: Verdoppelung der Webgeschwindigkeit
1745 Bau eines mechanischen, durch Wasserkraft angetriebenen und durch Lochkarten gesteuerten Webstuhls durch Jaques de Vaucanson
1764 Erfindung der Spinnmaschine („Spinning Jenny") durch James Hargreaves: zunächst 8, dann 16 Spindeln, Mangel: leicht reißendes Garn

Spinning Jenny

aus: http://landow.stg.brown.edu/victorian/technology/sj.html

1769 Erfindung der „Waterframe" durch Richard Arkwright: Antrieb der Maschine durch ein Wasserrad, Garn geeignet für grobe Stoffe

Waterframe, 

aus: www.textile.unsw.edu.au/Fax&Fix/TextHist/Manualf.htm

1744 Erfindung der „Mule" durch Samuel Crompton: 400 Spindeln, qualitativ gutes Garn für feine Stoffe
1781/84 Gründung der ersten Baumwollmaschinenspinnerei durch Brügelmann in Cromford bei Ratingen
1785 Entwicklung eines brauchbaren mechanischen Webstuhls durch Cartwright
1792 Verbesserung des mechanischen Webstuhls durch Cartwright: die gesamte Mechanik wird nur noch durch eine einzige Antriebswelle bewegt
1798 Gründung der ersten mechanischen Baumwollspinnerei mit Wasserkraft in Harthau (Sachsen)

mechanische Baumwollspinnerei

Bild unbekannter Herkunft

1806-1813 Kontinentalsperre: Wirtschaftsblockade gegen Großbritannien, Handelsverbot für brit. Industrieprodukte und Kolonialwaren, Unterbindung der Getreideexporte vom europ. Kontinent nach England
1808-1814 Gründungswelle von mechanischen Baumwollspinnereien in der Schweiz: die Zahl der Betriebe steigt im Kanton Zürich auf 60, im Kanton St. Gallen auf 17, im Kanton Appenzell auf 7; gleichzeitig Verzögerung des Niedergangs der Handspinnerei
1811/12 Höhepunkt der Maschinenstürmerei in England: Niederschlagung des Aufstands der Luddisten
1818 Aufstellung eines vom Pferdegöpel getriebenen mechanischen Webstuhls in Zschopau durch Immanuel Gottlob Heßler gegen den gewaltsamen Protest der Weber
1820 14.000 mechanische Webstühle in England
Verbot der Ausfuhr von Textilmaschinen aus England
1822 Errichtung einer Baumwollspinnerei in Zschopau durch die Gebrüder Gensel
1825 Erfindung einer Lochkartensteuerung für Webstühle durch Joseph-Marie Jacquard
Weiterentwicklung der Spinmmaschine Cromptons zum „Selfactor"
Errichtung der 1. schweizerischen mechanischen Baumwollweberei in Rheineck
Errichtung der 1. schweizerischen mechanischen Baumwollweberei in Rheineck
um 1830 die schweizerische Baumwollspinnerei hat den Anschluß an England und das Elsaß gefunden: Import von 3.000 t Baumwolle (1840: 40.000 t; Zahl der Spindeln 1836 634.000, 1876: 1.854.000)
1834 100.000 mechanische Webstühle in England
1836 in Zschopau gibt es 757 Baumwollwebstühle und 454 Strumpfwirkstühle
1840 Augsburger Baumwollspinnerei und -weberei

Augsburger Baumwollspinnerei- und weberei

Bild unbekannter Herkunft

1844 Gründung der „Enscheder Baumwollspinnerei AG" in Gronau
1846 4.603 mechanische Webstühle in Preußen; 78.423 Handwebstühle in Preußen
1850 ca. 3.000 mechanische Webstühle in Betrieb in der Schweiz

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann