|
Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede Stufe 12 Home Vorbemerkung Biologie Deutsch Englisch Geschichte Auswertung |
|
Damenmode 1825-1850
Insbesondere die Frauen der oberen Schichten hatten durch ihre äußere Erscheinung zu zeigen, daß sie nicht der arbeitenden Klasse angehörten; vielmehr wird in diesen Schichten die Frau jetzt Statussymbol und Aushängeschild des wirtschaftlich erfolgreichen Mannes: Die Frau hat zu demonstrieren, dass der Mann verdient. Dementsprechend drücken sich in der real getragen Kleidung zunehmend die gesellschaftlichen Unterschiede aus: Während die wenigen reichen Damen jeden Modewechsel mitzumachen versuchten - häufig auf Betreiben ihrer Ehemänner -, bemühten sich die Mittelschichtfrauen, wenigstens im Trend zu liegen. Es war durchaus üblich, Kleider mehrere Male, manchmal bis zu sechs Mal, umzuarbeiten, um sie im Trend zu halten. War eine Änderung nicht mehr möglich, so wurde die abgelegte Kleidung zu Kinderkleidung umgearbeitet.
Die neue Silhouette war die der Sanduhr: die ausladende Breite von Ärmeln und Rock bildete das Gegengewicht zu der durch das Korsett eingeschnürten Taille. Die Kleider wurden aus für den Abend aus Seide, für den Tag aus Wolle oder Baumwolle gefertigt; ab den 40er Jahren wurden auch Samt, Brokat und Changeant-Stoffe bevorzugt. Die Kleider waren meist einteilig; erst im Laufe der 30er Jahre tauchte als modischer Import aus England auch die Bluse auf. Einfache Hauskleider oder Arbeitskleider konnten meist im Oberteil bis zur Taille aufgeknöpft werden, was das Stillen der Kinder erleichterte.
Gewöhnlich hatten die Kleider lange Ärmel mit Puffen, die direkt an der Schulter begannen, oder Ärmel mit mehrfachen Puffen. Beliebt waren die Gigot-Ärmel, die den Puff direkt oberhalb bzw. unterhalb des Ellenbogens hatten. Außer bei den Abendkleidern waren die Ausschnitte nicht sehr weit. Die Tageskleider, die vorwiegend wegen der Schwierigkeiten der Reinigung in dunklen Farben gehalten waren, hatten häufig abnehmbare Kragen oder sog. Pelerinen, Minicapes, die über die Schultern gelegt wurden und entweder aus einem zum Muster des Kleides passenden Stoff oder aus reich besticktem reinweißen Leinen oder reinweißer Baumwolle bestanden. Am Abend wurde im weiteren Ausschnitt ein Spitzentuch oder ein Seidentuch mit einer schmalen Stickereikante (sog. Berthe) getragen.
Neben dem Hut, der weiter die einzige Erinnerung an die potentielle öffentliche Rolle der Frau blieb, trug man Schuten, eine Mischung aus Haube und Hut, als Kopfbedeckung. Die Schuten waren anfangs sehr hoch und hatten eine breite Krempe; unter dem Kinn wurden sie mit einem Band gebunden. In späteren Jahren wurden die Schuten flacher. Teilweise trugen die Frauen über den Schuten noch Hüte.
|
|
© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001; Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann |