Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Damenmode bis 1825

Die napoleonischen Kriege und der Niedergang der Macht Napoleons leiteten die restaurativen Tendenzen ein. Die Abkehr von den liberalen bürgerlichen Ideen zeigt sich in der gleichzeitig stattfinden Verabschiedung der antiken Vorbilder aus der Mode. Gleichzeitig endet mit dem Empirestil die letzte Epoche einheitlicher europäischer Mode. Von dieser Zeit an wird der Wechsel der Moden immer schneller und unterscheidet sich auch in den einzelnen Ländern. Damit spiegeln sich auch hier die zunehmend unterschiedliche Entwicklung der europäischen Staaten und die gesellschaftlichen Umbrüche.

Zunächst wurden die Empirekleider der Tendenz nach beibehalten, jedoch deutlich abgewandelt: der Rock wird steifer und enger und fällt manchmal von der unter dem Busen sitzenden Taille wie eine Röhre hinab. Die Ärmel werden wieder lang und haben oft einen oder mehrere Puffe. Die Tageskleider sind hochgeschlossen und haben wieder einen Kragen, der teilweise aus Spitze gefertigt wurde. Als Aufputz hatte man eher klein gefältete Rüschen oder Krausen, ausgezackte Säume oder mehrfach übereinander aufgesetzte Besatzstreifen. Als ein zweckmäßiges Übergewand in Zeiten des Krieges setzten sich während der napoleonischen Kriege Mantelkleider durch. Die Abkehr vom antiken Vorbild zeigt sich auch in den Frisuren und Kopfbedeckungen: die Spitzenhauben kehren zurück, oftmals mit zahllosen Rüschen verziert. In den Städten trugen die Frauen auch Hüte, die früher ein ausschließlich männliches Kleidungsstück gewesen waren. Ihre Verwendung spiegelt eine Errungenschaft der Revolution, die Teilnahme der Frauen am öffentlichen Leben. Dementsprechend wurde die Haube, die als Symbol der häuslichen Gebundenheit der Frau gesehen wurde, mehr in ländlichen Gebieten getragen.

 

Paar nach der Mode um 1816.

aus: Krause/Lenning, a.a.O.; S. 180

 

Damenhüte

aus: http://locutus.ucr.edu

 

Je nach Familienstand trugen Frauen unterschiedliche Hauben, manchmal sowohl im Hause als auch ausserhalb

aus: Kleidung und Mode, a.a.O., S. 38

Als Ausdruck des antifranzösischen Nationalbewußtseins in Deutschland gab es dort zwischen 1813 und 1815 Versuche, eine deutsche Nationaltracht in der Mode durchzusetzen, die von der patriotischen Bevölkerung getragen werden sollte und die sich deutlich von der noch tonangebenden Empire-Mode absetzte. So rief Ernst Moritz Arndt, einer der führenden Verfechter des deutschen Nationalbewußtseins, 1814 und Karoline Pichler 1815 zur Schaffung einer deutschen Nationaltracht auf (vgl. Thiel, a.a.O., S. 307 f.) . Man durchsetzte die typischen Elemente der Zeitmode mit modischen Reminiszenzen an die Reformationszeit: geschlitzte Ärmel, gepuffte Ärmel und Halskrausen waren wichtige Bestandteile dieser als typisch deutsch empfundenen Kleider.  Im Zuge der Demagogenverfolgung wurde die altdeutsche Tracht verboten.

Teutsche National-Frauentracht

aus: Journal des Luxus und der Moden, 1815

Hoffmann von Fallersleben in altdeutscher Tracht

Gemälde von Carl Schumacher, um 1828

aus: Thiel, a.a.O., S. 307

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann