Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Damenmode in der napoleonischen Zeit

In der napoleonischen Zeit wurden aus den Chemisenkleider die typischen Empirekleider, die sich nun nicht mehr am Vorbild der griechischen Antike orientierten, sondern an dem der römischen Kaiserzeit. Die Taille rückte immer höher bis direkt unter die Brüste, der Ausschnitt der Kleider wurde tiefer und der Rock wieder bodenlang. Die Stoffe waren teilweise so dünn, dass die Frauen nur fleischfarbene Trikots darunter tragen konnten (vgl. Thiel, a.a.O., S. 297). Es handelte sich bei dieser Mode eher um eine Salonmode, da sie dünnen Stoffe den klimatischen Verhältnissen in Nordeuropa nicht entsprachen und auch nicht für die täglichen Arbeiten des Durchschnittsmenschen geeignet waren. „Nicht ohne Grund wurden die Erkältungskrankheiten in jenen Jahren Musselinkrankheiten genannt" (Thiel, a.a.O., S. 294). Um etwas Wärme zu erhalten, benutzte man lange, relativ breite Kaschmirschals, deren Drapierung eine besondere Kunst erforderte und an der man den gesellschaftlichen Stand der Frau erkennen konnte. Wie wichtig dies war, wird daran deutlich, dass die Modezeitschriften ausführliche Anleitungen zum Binden und Drapieren der Schals gaben. Unerlässliches Requisit zu diesen Empirekleidern wurden die langen Handschuhe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Madame Recamier

Gemälde von Francois Gérard, 1802

aus: Thiel, a.a.O., S. 281

Mit der Kaiserzeit kehrten auch wieder teurere Stoffe zurück. Insbesondere löste die Seide bei den vornehmeren Damen die eher einfachen Baumwoll- und Musselinstoffe ab. Dies hatte jedoch auch wirtschaftliche Gründe: Um die französische Seidenindustrie zu unterstützen, die unter der Bevorzugung der vorwiegend englischen Baumwollstoffe gelitten hatte, verbot Napoleon die Einfuhr ausländischer Stoffe, so dass in der Folge wieder am Stoff der Kleidung erkennbar war, zu welcher Gesellschaftsschicht jemand gehörte.

Empirekleid aus lavendelfarbenem Seidentaft, um 1810

aus: Thiel, a.a.O., S. 299

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann