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Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede Stufe 12 Home Vorbemerkung Biologie Deutsch Englisch Geschichte Auswertung |
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Mode und Zeitgeist Die Beschäftigung mit Mode und Kostümgeschichte hat sich im allgemeinen Bewusstsein noch nicht unbedingt als ein ernst zu nehmender Bereich der Forschung etabliert, sondern wird häufig immer noch als „Zeitvertreib für einkauflustige Damen" Gertrud Lehnert, Mode, Köln 1998, S. 7), die obendrein noch als unterbeschäftigt und wohlhabend gelten, angesehen. Ursächlich dafür mögen die zunehmende Kommerzialisierung der Branche und der schnelle Wechsel der Modestile seit dem 20. Jahrhundert - insbesondere nach 1950 - sein. Aufgrund dieser allgemeinen Meinung findet die umfangreiche Forschung und Literatur zu diesem Thema fast nur in Spezialkreisen Beachtung, in denen allerdings Einigkeit darüber herrscht, dass Mode ein Bestandteil der Kulturgeschichte und Spiegelung des Zeitgeistes der jeweiligen Epoche sei (Lehnert, ebda.). Ein langsamer Wechsel deutet sich erst in den letzten Jahren an (Lehnert, ebda.). Auf die Interdependenzen von Mode und allgemein geistesgeschichtlicher Entwicklung einerseits bzw. Mode und technisch-wirtschaftlicher Entwicklung andererseits soll im folgenden unter Berücksichtigung insbesondere der Romantik eingegangen werden. Dabei ist sich die Literatur durchaus nicht einig, was denn speziell unter romantischer Mode zu verstehen sei. Etliche Kostümhistoriker bezeichnen die Mode zwischen 1825 und 1840 als romantische Ära und begründen dies mit den zur selben Zeit populären romantischen Romanen und Gedichten (vgl. www.costumes.org; http://members.tripod.com/~kittymomca/fashion.htm, www.geocities.com/Heartland/Acres/7631/costume7.html, www.victoriana.com/lady/palmer.html u.a.). Weiteres Kriterium ist die Tatsache, daß zu dieser Zeit die Taille in der Damenmode sich wieder in Übereinstimmung mit der natürlichen Taillenlinie des Körpers befand. Zwar bezeichnen Krause/Lenning die Mode ab 1825 als Biedermeier (in Wien „Vormärz-Stil"), setzen jedoch Biedermeier und Romantik fast gleich, wenn sie sagen, daß die Bürger „enttäuscht über die Restauration, [...] sehnsuchtsvoll in die mittelalterliche Vergangenheit" zurückblickten und „für Ruinen und Natur" schwärmten (Krause/Lenning, Kleine Kostümkunde, 12. Aufl. Berlin 1998, S. 185). Mehr Gewicht auf das Biedermeierliche legt dagegen Thiel, die auch für die Mode dieser Zeit „restaurative Bestrebungen und ein ´juste milieu´, in dem Ruhe als erste Bürgerpflicht und Biederkeit und Genügsamkeit als bürgerliche Tugenden galten" (Thiel, Geschichte des Kostüms, 7. Aufl. Berlin 2000, S. 309), konstatiert. Allerdings kennzeichnet sie an anderer Stelle die Mode der 1820er und 1830er Jahre als „Backfischhaft-Unausgeglichen[es] ... wie die Zeit selbst voller romantischer Ideen, ja Überspanntheiten ... war" (Thiel, a.a.O., S. 318). Palmer bezeichnet die Mode ab 1825 als den Beginn des modernen Mittelalters (www.victoriana.com/lady/palmer.html). Einigkeit herrscht bei den Kostümhistorikern allerdings über das Ende der romantisch geprägten Mode: So sieht Thiel das Ende mit dem Beginn des „Zweiten Rokokos" in der Mitte der 40er Jahre (vgl. Thiel, a.a.O., S. 310), fast in völliger Übereinstimmung mit Krause/Lenning, die abweichend lediglich die Datierung auf das Jahr 1850 festsetzen (vgl. Krause/Lenning, a.a.O., S. 191). So ist zu klären, welche Merkmale der Romantik sich zu welcher Zeit in der Mode widerspiegelten, weswegen im folgenden auch auf die Mode vor 1825 eingegangen wird. Man kann sowohl in der Mode der Revolutions- und Kaiserzeit romantische Tendenzen finden. So ist vor allem die romantische Sehnsucht nach Natur und Einheit von Natur und Mensch in den fließenden Gewändern des Empirestils ausgedrückt. Die Kleider erlaubten den Frauen, sich natürlich zu bewegen und sich von Zwängen zu befreien. Die Nachahmung antiker Statuen in der Kleidung verweist vor allem auf die englische Romantik, die sich teilweise an der Antike orientierte. Demgegenüber ist die Mode der Jahre ab 1825 auf den ersten Blick weniger romantisch als biedermeierlich. Dennoch findet man auch hier Tendenzen der Romantik wieder: die Sehnsucht nach vergangenen, als vorbildlich und intakt empfundenen Zeiten mit klarer Rollenverteilung, die Betonung des Nationalen und die Betonung des Weiblichen. Allerdings erscheint das Romantische hier zwiespältig und auch etwas widersprüchlich, ist die Mode doch gleichzeitig Mittel des „Konkurrenzkampf[es] auf dem gesellschaftlichen Parkett" (Thiel, a.a.O., S. 309), der den prächtig gekleideten Frauen von den Männern übertragen wurde. Beurteilt man die Frage, welche Mode als romantisch anzusehen sei, an dem, was die Dichterinnen dieser Zeit getragen haben, so steht man vor der Schwierigkeit, dass die erhaltenen Bilder diese fast nur in Portraits darstellen, die Kleidung also nichts als ganze zu sehen ist. Soweit diese erkennen lassen, ist ebenfalls keine eindeutige Bestimmung möglich: die älteren Dichterinnen erscheinen eher mit den typischen Kleidern des Empire, während die jüngeren Dichterinnen auch die Mode der Zeit nach 1825 tragen. So kann man vermuten, dass die Romantikerinnen entweder mit der jeweiligen Mode gingen oder dass die Mode des Empire eher dem Geist der Frühromantik entspricht, während die Mode nach 1825 den Gedanken der Spätromantik näher steht. Festzuhalten ist, dass keiner der Modestile zwischen 1790 und 1850 eindeutig als romantisch oder nicht-romantisch bezeichnet werden kann.
Literatur zu dieser und den zugehörigen Seiten: Krause/Lenning, Kleine Kostümkunde, 12. Aufl. Berlin 1998 Lehnert, Gertrud Mode, Köln 1998 Thiel, Geschichte des Kostüms, 7. Aufl. Berlin 2000 www.allgaeuseite.de/redaktion_tipps/tipps_freizeit/naehmasch_jakobi/ www.victoriana.com/lady/palmer.html www.britannica.com/eb/article?eu=108949&tocid=14028 http://landow.stg.brown.edu/victorian/gender/ugoretz1.html www.in.hu-berlin.de/~wumsta/rehm6.html www.snl.ch/dhs/externe/protect/textes/D13928.html www.texweb.de/extern/bibliothek/geschichte.html www.schule.provinz.bz.it/lbs_meran-zuegg/bekleidungshandwrk.htm www.connerprairie.org/clothing.html http://members.tripod.com/~kittymomca/fashion.html http://members.aol.com/EastLynne/Instyle.htm http://hal.ucr.edu/~cathy/lux.html http://locutus.ucr.edu/~cathy/wmod.html www.costumegallery.com/crino.htm www.costumes.org/pages/timelinepages/1789to1800a.htm www.geocities.com/Heartland/Acres/7631/costume7.html [ alle Internetseiten abgerufen am 23.4.2001]
Verfasser: Dorothee Ammermann Nach oben |
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