Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Herrenmode 1800-1850

Die durch das Leitbild des Dandys gekennzeichnete englische Herrenmode, die in dem „Dandy der Dandys" (Thiel, a.a.O., S. 305) George Bryan Brummel ihre extreme Ausprägung fand, bestimmte die gesamte kontinentale und auch nordamerikanische Mode des 19. Jahrhunderts. Leitbild des Dandys war vollendete unauffällige Eleganz, die sich in erster Linie durch den perfekten Schnitt und die verwendeten hochwertigen Stoffe ergab. Die Farben der Anzüge waren regelmäßig dunkel; aufzufallen war verpönt. Als Schmuck waren nur die Uhr und die Krawattennadel „erlaubt". Die eigentlich bedeutenden und ständigen Variationen unterliegenden Kleidungsstücke waren die Krawatte und die Weste; letztere konnte verziert und aus sehr kostbaren Stoffen gefertigt werden. Folge des Dandy-Leitbildes war der Aufstieg einzelner sehr guter Schneider, die Vorläufer der späteren Couturiers sind.

George Bryan Brummel (1778-1840)

aus: http://marquise.de/1800/arte/a181x_2.shtml

Die deutsche Herrenmode variierte die englischen Vorbilder ab den 1830er Jahren nur wenig. Die Hosen zeigten die seit der Revolution übliche schmale Beinform und waren teilweise so lang, dass sie mit einem unsichtbaren Steg getragen werden mußten, um Form zu bewahren. Zum Anzug wurde immer eine gemusterte oder farbige Weste getragen; auch die Krawatten, die eher Halstücher waren, zeigten Farbe und wurden nach englischem Vorbild kunstvoll gewickelt. Hemden hatten einen sehr hohen, engen Kragen (Vatermörderkragen), der erst in den 40er Jahren auch umgelegt wurde. Der Gehrock verdrängte den seit der Revolution als Tagesanzug des Bürgers bislang üblichen Frack, der nur noch zu festlichen Gelegenheiten getragen wurde. Die Gehröcke waren überwiegend glatt gearbeitet, konnten aber auch faltig eingesetzte Schoßteile in der Rückenpartie und gebauschte Ärmel haben. Die Mäntel waren lang und weit; sie hatten meist ein Schultercape. Dazu wurden hohe Zylinder als Kopfbedeckung getragen, ab 1823 auch der bequemere Chapeau claque. Regel waren Lederstiefel unterschiedlicher Höhe; am Abend trugen die Herren für den Tanz Halbschuhe.

Englische Herrenmode

aus: Journal des Luxus und der Moden, 1814

Herr im Frack und Herr mit Cape und Zylinder, 1846

aus: Thiel, a.a.O., S. 313

Ausdruck der Gesinnung wurde die Krawatte. Sog. Biedermeier und Konservative hielten an den gebundenen Halstüchern fest, die dadurch zu einem Zeichen der Reaktion wurden. Künstler und Dichter benutzten gerne nachlässig um den Hals geworfene Tücher, die romantischen Künstler bevorzugten schwarze Halstücher, während die politisch und sozial engagierten Vormärzvertreter schwarz-rot-goldene oder auch blutrote Krawatten trugen. Manche Romantiker distanzierten sich durch ihre Kleidung von den gewöhnlichen Bürgern, die sie als Spießbürger empfanden. Sie trugen gerne Renaissance-Wämser, Rubenshüte und Spitzenkragen, die sie als typisch mittelalterlich ansahen.

Männerhalsbinden, 1837

aus: Thiel, a.a.O., S. 316

Ein weiteres modisches Zeichen der politischen Einstellung waren zeitweise der Bart, der klar als Ausdruck demokratischer Gesinnung gesehen wurde (vgl. Thiel, a.a.O., S. 314), und der Hut. Im Gegensatz zu den die zylinderartigen hohen Hüte tragenden Bürgern drückte der weiche Filzhut, der nach den italienischen Freiheitskämpfern Kalabreser genannt wurde, ebenso eine demokratische Richtung aus wie der sog. „Heckerhut" mit aufgeschlagener Krempe und Federschmuck, den die Revolutionäre 1848 trugen.

Insgesamt zeigt die Herrenmode im Vergleich zu der vorrevolutionären Zeit eine deutliche Vereinfachung. Die Männer konzentrieren sich im Gefolge der Industrialisierung auf die Wirtschaft und können dabei keinen Schnickschnack gebrauchen. 

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann