Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (1774-1840) war wohl der berühmteste Künstler der Romantik, er schuf zahllose Werke und erregte schon bei seinen Zeitgenossen enormes Aufsehen, da er mit der bekannten Form der Natur- und Portraitmalerei brach. In seinen Bildern stellte er die Gefühle der Menschen seiner Zeit dar, ihre Sehnsucht, aus den ihnen gegebenen Grenzen auszubrechen, die bedrohliche Wirklichkeit hinter sich zu lassen und die Erfüllung des eigenen Lebens zu finden. Aber im gleichen Zuge vermittelt er mit seinen Werken auch, daß der Weg zur göttlichen Verheißung immer nur erahnt, aber nie vollends gefunden werden kann.

Caspar David Friedrich, Der Wanderer über dem Nebelmeer (um 1818)

aus: Kohrs, Peter, Deutsch in der Oberstufe, Paderborn 1998 (Schöningh), S. 258

Caspar David Friedrich, Mönch am Meer (1808-1810)

aus: Lindenhahn, Reinhard Romantik. Arbeitsheft zur Literaturgeschichte, Berlin 1998 (Cornelsen), S. 44

Diese Intention ist zum Beispiel an seinen Bildern „Der Wanderer über dem Nebelmeer" (um 1818) und „Mönch am Meer" (1808-1810) gut zu erkennen: der Wanderer bzw. der Mönch sind im Blick der unendlichen Natur, die sie umgibt, verloren und erscheinen klein und unbedeutend angesichts der gewaltigen Weite. Friedrich benutzte verschiedene künstlerische Gestaltungsmittel, um die oben beschriebene Wirkung bei seinem Publikum zu erreichen:

Zum einen ordnete er die Personen auf seinen Gemälden immer mittig an und im Vergleich zur Umgebung stellte er sie sehr klein dar. Dadurch, daß diese Menschen mit dem Rücken zum Zuschauer angeordnet sind, hat der Betrachter des Bildes die gleiche Blickperspektive wie sie. So kommt auch die starke Wirkung auf den Betrachter zustande: Er fühlt sich in die Umgebung hineinversetzt und hat somit auch die gleichen Empfindungen wie die gemalten Personen. Die scheinbar unendliche Weite kommt dadurch zustande, daß Friedrich die Farben für den Hintergrund trübte bzw. dämpfte; so entsteht der sogenannte „Verblauungseffekt" und optische Tiefe wird erreicht. Auffällig ist auch noch, daß die Farben zum Hintergrund hin heller werden - ein Ausdruck seines tiefen religiösen Empfindens. Die Menschen streben nach Friedrich wörtlich nach Erleuchtung- erreichen sie jedoch nicht.

Caspar David Friedrich, Abtei im Eichwald (1809/1810)

aus: Lindenhahn, Reinhard Romantik. Arbeitsheft zur Literaturgeschichte, Berlin 1998 (Cornelsen), S. 44

Friedrich benutzte gerne auch noch ein anderes Symbol, mit dem er die Geisteshaltung der Menschen ausdrückte: Ein Fenster, alleinstehend in einer Ruine oder in einem Haus, z.B. in „Abtei im Eichwald" (1809/1810) und „Frau am Fenster" (!822). Das Fenster symbolisiert nochmals die Sehnsucht der Menschen, gefühlsmäßig aus ihrer Welt zu entkommen und in die göttliche Natur zu entfliehen.

Caspar David Friedrich, Frau am Fenster (1822)

aus: Biermann, Heinrich/Schurf, Bernd (Hrsg.) Texte, Themen und Strukturen, o.O., o.J. (Cornelsen), S. 247

 

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