Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Nachwirkungen der Romantik in den Folgeepochen 

Die Romantik wirkt auch in der heutigen Zeit noch nach. Gedankengut der Romantik beeinflusst die heutige Literatur, die historischen Wissenschaften und auch Bereiche der modernen Kunst und des Theaters wesentlich mehr als die Klassik. Deutliche Einflüsse der Romantik finden sich zum Beispiel im Gesamtkunstwerk von Richard Wagner, das er nicht als Leistung eines Individuums ansieht, „sondern als notwendig denkbares gemeinsames Werk der Menschen der Zukunft." Das Gesamtkunstwerk drückt den Wunsch nach Veränderung der Lebensformen innerhalb der Gesellschaft und später auch das Zusammenfließen von Kunst und Leben aus. Einflüsse im 19. und 20. Jahrhundert findet man auch in der Vieldeutigkeit der Literatur und in der Gestaltung des Unbewussten, dass heißt die Formulierung von Gefühlen, phantasievollen Vorstellungen und momentanen Eindrücken, die nicht unmittelbar für die Allgemeinheit erkennbar sind, sowie der Erweiterung der Sprachmöglichkeiten, beispielsweise durch den Ausdruck von Gefühlen, die man in der Romantik in dieser Form zum ersten mal in der Literatur wiederfindet. Prägend war und ist die Romantik auch für den Symbolismus, den Expressionismus und den Surrealismus. Die Grundlagen für die moderne Ästhetik der Verfremdung liegen letztendlich in der Romantik und auch die romantische Ironie und die Romantheorie sind die Voraussetzungen ihrer Anfänge in der Zeit der Romantik. In der Literatur hat sich die in der Romantik einsetzende Wertschätzung von Volksliedern, traditionellen Gedichten und die Sammlung von historischen Märchen bis in die Gegenwart fortgesetzt. Auch die historischen Forschungen insbesondere im Bereich der Sprache, die in der Zeit der Romantik begannen, wurden bis heute fortgesetzt und ergänzt und werden auch heute noch von der Wissenschaft genutzt. Die literarischen Werke der Romantik sind auch heute angesehen. Viele von ihnen haben sich zu Standardwerken in den heutigen Schulen entwickelt.

Ein Werk, das nie in Vergessenheit geraten ist, ist die Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn", die um 1805 von Clemens Brentano (*1778+1842) und Achim von Armin (*1781+1831) herausgegeben wurde. Sie ist die erste großangelegte Anthologie deutscher Volksdichtung, die bis zum heutigen Tag geläufiges Liedgut wie „Guten Abend, gute Nacht", „Schlaf, Kindlein, schlaf" und „Wenn ich ein Vöglein wär" enthält. Auch die Kunstmärchen von Brentano („Rheinmärchen", darunter die Lorelei-Sage) und seine märchenhaften Erzählungen („Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl,1874) gehören zu seinen bedeutendsten Werken. Achim von Armin schrieb unter anderem noch „Der Ritt im Mondschein".

aus: Schreyer, Richard und Ursula. Romantik, Berlin 1997, S. 11

Titelblatt der Erstausgabe

aus: Stadler, Hermann (Hrsg.) Texte und Methoden. Lehr- und Arbeitsbuch Oberstufe, Bd. 2: Epochen der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Berlin 1995 (Cornelsen), S. 214

Die Gedichte des Schlesiers Joseph Freiherr von Eichendorff wie z.B. „Wünschelrute" und „Mondnacht" gehören bis heute zum Inbild des Romantischen.

Auch die Gebrüder Grimm haben einiges zur romantischen Epoche beigetragen, die gesammelten Werke, wie z.B. die Sammlung „Kinder- und Hausmärchen", sind bis heute beliebter Lesestoff.

Ludwig Tieck bearbeitete ebenfalls romantische Kunstmärchen und verfasste unter anderem so bekannte Märchen wie „Der gestiefelte Kater"(1797) sowie „Der blonde Eckbert", „Ritter Blaubart"(1797), „Geschichte des Herrn William Lovell", „Leben und Tod der heiligen Genoveva"(1800) und „Kaiser Oktavian"(1804).

Ein weiterer Künstler, dessen Werke nicht in Vergessenheit geraten sind, ist Novalis.

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, kurz E.T.A. Hoffmann, brachte bedeutende Werke heraus, in denen er romantische Kunstmärchen und fantastische Novellen vereinigte. Zum Beispiel „Klein Zaches genannt Zinnoba" (1819). Leipzig und Dresden waren die Schauplätze des Krieges gegen Napoleon. Zu dieser Zeit war Hoffmann Kapellmeister in Dresden und Leipzig. Aus den Eindrücken, die er dabei gewonnen hat, entsteht 1814 „Der Goldene Topf. Ein Märchen aus der neuen Zeit". Dieses Werk wird bis heute viel gelesen.

Illustration zu den Grimm´schen Märchen, Lithographie um 1870

aus: Heizmann, Bertold Literaturepochen: Romantik, München 1986 (bsv), S. 122

Doch nicht alle Werke dieser Zeit gelangten zu solch einem Ruhm, z.B. gerieten frühe historische Romane, seine Reisebriefe und einige juristische Schriften von Heinrich Clauder in Vergessenheit („Carls vaterländische Reisen, in Briefen an Eduard" (1793) „Vertraute Briefe an alle edelgesinnte Jünglinge, die auf Universitäten gehen wollen" (1792))

Verfasser: Antje Düllmann, Daniel Köhne, Amrei Tschuschke, Dominik König

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