Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Biologie:
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Deutsch:
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Romantikrezeption
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Mode und Technik
Mode und Geschichte
Englisch:
Background
Philosophical
Social and cultural
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Painters
Younger poets
Transition Period
Geschichte:
1765-1819
1820-1847
1848-1871
Statistischer Anhang: Bevölkerung
Statistischer Anhang: Wirtschaftsdaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

         

Das Verhältnis zwischen Wissenschaften und Romantik

Naturwissenschaft

Literaturwissenschaft

 

Naturwissenschaften 

Nach gängiger Auffassung scheint es so, als würden sich Naturwissenschaften und Romantik ausschließen. Die Romantik richtete sich vor allem gegen die seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erfolgreiche Tradition von Erkenntnisfortschritt und Naturbeherrschung, doch ebenso gegen die Mechanisierung und gegen analytische Verfahren, die die Komplexität von Vorgängen in bedeutungsloskleine, aber beherrschbare Komponenten zerlegen und die Natur als etwas Nützliches betrachten und sie damit sozusagen entweihen.

Für wenige Jahre blieb die romantische Naturwissenschaft das Spezialgebiet einiger philosophisch orientierter Denker, die besonders das romantische Menschenbild, weniger die Physik und anwendungsorientierte Disziplinen beeinflussten.

Häufig wird der romantischen Naturbetrachtung eine gewisse Irrationalität vorgeworfen, doch man sollte in diesem Zusammenhang eher von einer eigenen Rationalität sprechen; einer erweiterten Perspektive, welche die Methoden der traditionellen Naturwissenschaften ergänzt.

Die romantische Haltung erstrebt die ganzheitliche philosophische Durchdringung der Natur; dies ist eine Bewegung, welche keine europäische Entsprechung hat, sondern nur auf den deutschen Wissenschaftssektor beschränkt bleibt. Dabei geht es nicht um die Formulierung mechanisch fundierter Gesetze, sondern um den Geist und die lebendigen Kräfte in bzw. hinter der Natur. Man betrachtet die Natur als Einheit und Ausdruck eines Geistes; zu ihrem absoluten Ursprung und Antrieb hat der Mensch jedoch keinen Zugang (Geschlossenheit der Geistnatur).

Naturgesetze werden im Sinne der romantischen Naturphilosophie als Gesetze des Geistes gesehen. Natur und Geist, beide sind nur in ihrer Identität zu erfassen. In der späteren Romantik nimmt eine religiöse Ehrfurcht vor dem Unverständlichen überhand; dem Menschen bleibt nur anbetende, sprachlose Bewunderung: „Die Sucht alles zu erklären und alles begreifen zu wollen, hat uns die Reinheit der Seele befleckt und den Himmel aus den Augen gerückt" (A. C. A. von Eschenmayer, Einleitung in die Natur und Geschichte; 1806, S. 29).

Metamorphose, Analogie- und Reihenbildung gehören zu den romantischen Mustern der Naturbeschreibung, die in der Zusammenschau der Phänomene die anhand von Erfahrung und Mathematik modellierten Aussagen ersetzen. Die Natur erscheint in der literarischen Verarbeitung der Romantik im Gegensatz zu anderen literarischen Epochen - zumeist als Gegenstand der Empfindung, teilweise sogar als Gegenstand der Offenbarung. Sie wird allerdings selten als Bereich einer detaillierten verstandesmäßigen und begrifflichen Betrachtung verstanden.

Beispiel Mendel:

Als 1865 der Naturwissenschaftler Gregor Johann Mendel die später nach ihm benannten Mendel'schen Gesetze entdeckte, wo er systematisch Kreuzungsversuche mit Erbsen und Bohnen durchführte, wurde sein Werk zunächst nicht anerkannt. Man hielt ihn für einen „Spinner". Um seine Gesetze jedoch zu werten, wurden sie kurze Zeit später als „Mendel'sche Gesetze" angenommen. Erst ca. 35 Jahre später erkannte man, welchen weitreichenden Beitrag er zum Bereich Genetik geleistet hatte und baute auf seinen Erkenntnissen auf.

Beispiel Darwin:

Auch die Theorien des Charles Darwin bzw. seine Evolutionstheorie kamen nur schwer bei der Bevölkerung an; man konnte nicht glauben, dass die religiösen Vorgaben nicht stimmen sollten. Denn Darwin glaubte nicht an die Schöpfungslehre. 

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Literaturwissenschaft - Entstehung der Germanistik

Aus der romantischen Denkbewegung gehen auch erste Ansätze zu einer Kulturwissenschaft hervor, welche sich nicht nur als Geschichte von Fakten (im alten Sinne der „historia") versteht. Die romantische Literaturströmung förderte den Beginn einer Literaturwissenschaft, die von der älteren Sprachwissenschaft (der Altphilologie) unabhängig sein sollte.

Allmählich begannen die Vertreter der Jenaer Frühromantik selbst die Nähe zur Institution Universität zu suchen und boten auch in Paris und Berlin schon einen annähernd akademischen Unterricht an. Insbesondere in Berlin beschäftigt man sich mit vor-institutioneller deutscher Literaturwissenschaft. Noch vor der Eröffnung der Universität durch Wilhelm von Humboldt (1767-1835) verzeichneten die Vorlesungen (z. B. von Friedrich Heinrich von der Hagen) großen Erfolg.

Die ersten germanistischen Lehrveranstaltungen wurden meist aus einer patriotischen Gesinnung sowie aufgrund außer-universitärer Begeisterung für das Mittelalter besucht. Diese Begeisterung wurde jedoch erst allmählich über neue Professuren in die Universitäten hereingeholt. 1801 entstanden die ersten Professuren für deutsche Philologie in Münster (hier war Anton Aloys Schlüter der herausragende Germanistik-Professor), 1805 in Göttingen (mit Georg Friedrich Benecke) und 1810 in Berlin (mit Friedrich Heinrich von Hagen). Erst 1858 wurde das Germanistische Seminar, welche als eigenständiges Institut galt, in Rostock gegründet.

Außerdem sollte unbedingt erwähnt werden, dass es nicht gerade sehr begabte und erfolgreiche Künstler unter den Romantikern waren, welche sich mit der Entwicklung einer deutschen Philologie beschäftigen. Meist findet man theoretisch und historisch ausgerichtete Köpfe vor, die die Grundlagen und Anknüpfungspunkte für die Entwicklung der romantischen Poetologie erforschen. Ihr Interesse bezieht sich vor allem auf das Quellenstudium und die Methodenlehre.

Die Aufgaben, die die neue Sprach- und Literaturwissenschaft nach 1800 nun sukzessive übernimmt, existierten in der einen oder anderen Form schon früher und wurden jetzt neu im Fachgebiet situiert. Die Anleitung dafür, wie mit Literatur wissenschaftlich umzugehen sei, gaben zunächst die traditionellen akademischen Fächer Klassische Philologie (griechische und lateinische Antike), Geschichtswissenschaft (Historiografie) und Philosophie (Ästhetik).

Literatur:

Baasner, Rainer/Reichard, Georg: Epochen der deutschen Literatur: Romantik, Stuttgart 2000 (CD-Rom)

Verfasser: Miriam Kreuziger, Sabine Susewind, Susanne Pflaumbaum, Bujare Quokovci

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© Stufe 12 LK´s Biologie (Herr Hartfiel/Frau Ranft), Deutsch (Frau Ammermann), Englisch (Herr Sommer), Geschichte (Frau Dr. Hoffmann), Schuljahr 2000/2001;  Erstellung der Webseiten: Dorothee Ammermann