Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Ernst Heinrich Haeckel, „Die Entwicklung des Menschen"

Biogenetische Grundregel

Natürliche Schöpfungsgeschichte

aus: http://home.tiscalinet.ch/biografien/biografien/haeckel.htm

Bild: Ernst Heinrich Haeckel

Haeckel wurde am 16. Februar 1834 als Sohn eines Juristen in Potsdam geboren. Er erlangte 1857 seinen Doktortitel mit der Arbeit „Über die Gewebe des Flußkrebses". 1858 schloss er sein Medizinstudium erfolgreich ab und war kurze Zeit als Arzt tätig. Er promovierte 1861 an der Universität Jena und lehrte Vergleichende Anatomie. 1862 übernahm er dort die Leitung des Zoologischen Museums und wurde drei Jahre später Professor für Zoologie an der Universität Jena. Diesen Posten übte er bis zur Pensionierung im Jahr 1909 aus.

Sein Hauptinteressengebiet war die Evolutionslehre. Als Verfechter der Darwinschen Evolutionstheorie wurde er durch seine Biogenetische Grundregel und die Natürliche Schöpfungsgeschichte berühmt, welche Theorien über die Entwicklung des Menschen beinhaltet.

"Biogenetische Grundregel"

Diese Theorie besagt, dass jedes Tier während seiner Embryonalentwicklung die Stufen der stammensgeschichtlichen Entwicklung durchläuft.

Jedoch wurde Haeckels Theorie bereits zu seiner Zeit kritisiert und auch er selbst sah einige Unkorrektheiten seines ursprünglichen Modells. So ist der Durchlauf der Stufen nicht ganz vollständig sondern immer nur teilweise und in Anlagen zu beobachten.

aus: Biologie heute SII, Neubearbeitung, S. 381

Es lassen sich zum Beispiel in Frühstadien der Entwicklung bei allen der in der Abbildung aufgeführten Embryonen Ansätze von Kiemen und Schwanzwirbelsäule erkennen, die sich jedoch im fortschreitenden Wachstum zurückbilden (z.B. Kiemen  =>Hauptschlagader und Schwanzwirbelsäulenansatz => Steißbein).

Bei Nichtrückbildung dieser Merkmale spricht man von Atavismen, welche deutliche Hinweise im Bezug auf Haeckels Theorie sind. Atavismen sind Rückschläge in der Entwicklung, also das Wiederauftreten evolutionär verschwundener Merkmale (z.B. Säuglinge mit Kiemen bzw. Schwanzwirbelsäule).

"Natürliche Schöpfungsgeschichte"

In der Natürlichen Schöpfungsgeschichte beschreibt Haeckel die Entwicklung des Menschen in einer Kette mit 20 Gliedern vom ersten Protoplasmaklumpen über die verschiedenen Entwicklungsstufen der Tiere hin zum Menschen (siehe Abb.).

Dabei stellte er die Theorie auf, dass zwischen dem Schritt vom Menschenaffen zum Menschen ein Bindeglied vorhanden gewesen sein müsse. Da er den Hauptunterschied dieser beiden Arten in der Sprache sah, nannte er dieses Bindeglied Pithecanthropus alalus (Stummer Affenmensch). Haeckel vermutete den Ursprung dieser Art auf dem heute verschwundenen Kontinent Lemurien, welcher zwischen Afrika und den Philippinen gelegen haben soll. Seine Theorie regte zu zahlreichen Forschungen und Zweifel an.

Hierdurch veranlasst setzte Dubrois zu Grabungen auf Java an und fand einen Zahn und eine Schädelkalotte. Nachdem er ebenfalls einen Oberschenkelknochen fand, den er den anderen Funden zuordnete glaubte er, es mit einen aufrecht gehenden afrikanischen Menschenaffen zu tun zu haben. Er nannte diesen Anthropopithecus erectus. Jedoch stellte sich dieser bei weiterer Betrachtung als das von Haeckel gesuchte Bindeglied heraus, worauf er ihm den Namen Pithecanthropus erectus gab.

Allerdings kamen zahlreiche Zweifel auf, wie z.B., dass der Pithecanthropus erectus wegen seines Bewegungsapparates eher zur Gattung des Homo gehöre oder dass die Knochen nicht zusammengehören und der Schädel von einem übergroßen Menschenaffen sei.

Verfasser: Manuel Limberg, Andreas Krone, Tobias Schwanekamp, Matthias Baczyk, Tobias Hufnagel

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