Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert: Romantik

Projekt des Gymnasiums der Stadt Meschede

Stufe 12

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Geschichte:
1765-1819
1820-1847
1848-1871
Statistischer Anhang: Bevölkerung
Statistischer Anhang: Wirtschaftsdaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

         

Vergleich der Evolutionstheorien von Lamarck und Darwin

Geschichtlicher Hintergrund

Die Theorie Lamarcks

Die Theorie Darwins

Vergleich der beiden Theorien

Geschichtlicher Hintergrund

Mitte des 17. Jh. fanden Berechnungen des genauen Datums der Schöpfung statt. Als Ausnahme galt der frz. Naturforscher Louis Ledere de Buffon (1707-1788). Er hegte Zweifel an Gottes Schöpfung und schätzte das Alter der Erde auf 30000 Jahre. Auf ihn gehen die ersten Evolutionsgedanken zurück.

Bis zum 18. Jahrhundert jedoch ging man von der biblischen Schöpfungsgeschichte aus, welche die Konstanz der Arten vertritt. Darunter versteht man die Unveränderlichkeit eines Individuums seit Beginn der Schöpfung.

In dieser Zeit wurden verstärkt Weltreisen unternommen, wodurch das Interesse an der Pflanzen- und Tierwelt wuchs und sich ein starkes Bedürfnis nach Ordnung und Übersichtlichkeit herausbildete. Es entstanden somit Enzyklopädien. Carl von Linné (1707-1778) klassifizierte als erster die Tier- und Pflanzenarten. Charles Lyell (1797-1875) begründete eine historische Geologie, nach der sich auch die Erde kontinuierlich entwickelt hat. Diese war von großer Bedeutung für die Evolutionsgedanken.

Eher akzeptiert wurde die Katastrophentheorie von Georges Baron de Cuvier, da diese nicht die Schöpfungsgeschichte der Bibel angefochten hat.

Eine weitere Schwierigkeit im 18. Jh. bestand darin, dass das Bildungsbürgertum sehr gering ausfiel, besonders in Frankreich mit nur 2% der Bevölkerung. Dies sollte sich erst nach der frz. Revolution 1789 ändern. In dieser von Gegensätzen und Konflikten geprägten Epoche versuchten Lamarck und Darwin, ihre Evolutionstheorien durchzusetzen.

Die Theorie Lamarcks:

aus: http://tescalinet.ch/biografien/biografien/lamarck.htm

„Auf den verschiedenen Teilen der Erdoberfläche aber, die bewohnt werden können, bilden die Natur und die Lage der Orte und Klimate für die Tiere wie für die Pflanzen verschiedene Verhältnisse in allen möglichen Graden. Es müssen also die Tiere, welche diese verschiedenen Orte bewohnen, nicht nur mit Rücksicht auf den Zustand der Ausbildung der Organisation bei jeder Rasse untereinander verschieden sein, sondern auch mit Rücksicht auf die Gewohnheiten, welche die Individuen jeder Rasse an diesen Orten annehmen müssen."

Jean Baptiste de Lamarck (1744-1829) begann erstmals 1763, sich mit botanischen Studien auseinander zu setzen. Nicht nur die Pflanzen-, sondern auch die Tierwelt interessierte ihn, so dass er 1793 Professor der Zoologie wurde. Somit beschäftigte er sich mit vielen verschiedenen Insektenarten, bei denen er auffällige Gemeinsamkeiten in der Gestaltung der Organe bemerkte. Nach weiteren Vergleichen und genaueren Untersuchungen stellte er eine Art "Stufenleiter" der Entwicklungen fest. Dabei war er der Überzeugung, dass alle Lebewesen miteinander verwandt sind und komplizierte Organismen aus einfachen entstehen, also nacheinander hervorgebracht werden.

In seiner Theorie formulierte er daher folgendes:

Eine Veränderung der Umweltverhältnisse ruft beim Tier veränderte Bedürfnisse hervor.

Das führt zu veränderten Tätigkeiten. Der häufige Gebrauch von Organen führt schließlich zu ihrer Entwicklung, Kräftigung und Vergrößerung. Nichtgebrauch führt dagegen zur Schwächung und zum Verschwinden eines Organs. Beim Vorhandensein entsprechender innerer Bedürfnisse können nach Lamarck also auch neue Organe entstehen. Die so erworbenen Eigenschaften werden an die Nachkommen vererbt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als verständlichstes Beispiel gilt die Giraffe. Um ihrem Bedürfnis nachzukommen, die schmackhaften hohen Blätter zu erreichen, hat sich ihr Hals im Laufe der Zeit stark verlängert.

 

Bild aus:

Biologie. Evolution, Materialien für die Sekundarstufe II, Hannover 1999 (Schroedel), S. 15

Ein gutes Beispiel für die Verkümmerung von Organen ist der Maulwurf. Da er ständig im Dunkeln lebt, haben sich seine Augen "zurückgebildet".

Die Theorie Darwins:

aus: http://tescalinet.ch/biografien/biografien/darwin.htm

Charles Robert Darwin (1809-1882) war der Enkel des berühmten Erasmus Darwin, der parallel zu Lamarck eine ähnliche Evolutionstheorie aufstellte. Er glaubte folglich nicht an die Schöpfungslehre.

 

Bild aus: Franz M. Wuketits, Evolutionstheorien, Darmstadt, 1995, S. 44

Charles begann bereits mit 12 Jahren, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Sein Medizinstudium brach er ab, um Theologie zu studieren. Während dessen lernte er die Professoren Adam Sedgwick und John Stuart Mill kennen, die ihn zu naturwissenschaftlichen Untersuchungen inspirierten. So begab er sich auf die Exkursion mit der "Beagle", einem engl. Forschungsschiff, die am 27.12.1831 für eine 5 jährige Reise von Devonport startet. Darwin nahm als unbezahlter Naturforscher teil. Er war über die Vielfalt der exotischen Tier- und Pflanzenwelt und auch über die Tatsache, dass eine Verwandtschaft zwischen ausgestorbenen und lebenden Tieren besteht, begeistert. 

Sein besonderes Interesse jedoch galt den Finken der Galapagos Inseln, die entsprechend ihrer Nahrung ganz verschiedene Schnabelformen aufweisen.

"Die merkwürdigste Tatsache ist die vollkommene Abstufung in der Größe des Schnabels bei den verschiedenen Arten von Geospiza, von einem Schnabel, der so groß ist wie der eines Kernbeißers bis zu dem eines Buchfinken."

Bild aus: Praxis der Naturwissenschaften, Biologie, Adaptive Radiation 3/34 (1985), (Aulis), S. 7

Wieder zurück in England befasste er sich mit der Auswertung seiner gesammelten Materialien und Erkenntnisse und verfasste schließlich seine Evolutionstheorie. Diese beruht auf natürlicher Auslese und zufälligen Mutationen. Die Theorie geht davon aus, dass es innerhalb einer Art immer Unterschiede im Bau und der Lebensweise gibt. Durch einen Kampf ums Dasein geschieht eine natürliche Auslese, da besonders gut angepasste Arten bessere Überlebens- und Vermehrungschancen haben. Ihm gelang hiermit eine Erklärung für das Aussterben der schwächeren Tierarten. Im Laufe der Zeit haben sich die genetischen Informationen verändert, indem die guten Eigenschaften an die Nachkommen vererbt werden.

Während der langen Zeit der Evolution auf der Erde könnte man daraus ableiten, wie die verschiedenen Tierarten und auch der Mensch entstanden sind und dass sie alle irgendwie miteinander verwandt sind, einen einzigen gemeinsamen Ursprung haben.

Auch hier lässt sich die Theorie am Beispiel der Giraffe verdeutlichen:

In einer Generation von Giraffen gibt es zufällig ein Tier, dessen Hals länger ist als der der anderen. Dieses setzt sich bei Nahrungsmangel durch, da es klare Vorteile beim Erreichen der höheren Blätter hat. Das Tier hat daher genügend Nahrung , um sich ausreichend zu vermehren. In der folgenden Generation treten aufgrund der Vererbung bereits mehrere Giraffen mit längerem Hals auf. Über mehrere Generationen hinweg konnten sich die langhalsigen Giraffen immer wieder durchsetzen und so die heutige Form bilden.

Bild aus:

Biologie. Evolution, Materialien für die Sekundarstufe II, Hannover 1999 (Schroedel), S. 15

 

Vergleich der beiden Theorien

Die Umwelt spielt bei beiden Wissenschaftlern für die Entstehung neuer Arten eine entscheidende Rolle. Bei Lamarck allerdings passen sich die Lebewesen aufgrund ihrer Bedürfnisse aktiv an Umweltveränderungen an, für ihn stehen die Umwelt und ihre Veränderungen an erster Stelle. Bei Darwin werden die Lebewesen passiv an Veränderungen angepasst. Entscheidend hierfür ist die Zufälligkeit der Gene, die den Kampf ums Dasein bestimmen.

Aus diesen Tatsachen lässt sich schlussfolgern, dass Lamarcks Evolutionsvorstellung eher unwahrscheinlich ist, da durch Bedürfnis entstandene Eigenschaften nicht vererbbar sind. Betrachtet man z.B. einen Boxer oder eine braun gebrannte Frau. Ihre erworbenen Eigenschaften, die Muskeln des Boxers und die veränderte Hautfarbe der Frau, lassen sich nicht auf ihre Kinder übertragen.

Darwins Evolutionstheorie ist hingegen wahrscheinlich. Sie basiert auf Beobachtungen der Natur und lässt sich auch durch sie belegen. Ein aktuelles Beispiel wäre der DDT-Einsatz zur Schädlingsbekämpfung. Ein zufällig resistenter Schädling erzeugt nach einem Einsatz des Giftes weitere immune Tiere, die bei erneuter Anwendung als einzige überleben. Die Resistenz wird an die Nachkommen vererbt, so dass erneute DDT-Einsätze ihre Wirkung verlieren.

Beweisen konnte Darwin seine Theorien jedoch nicht, da noch keine Erkenntnisse im Bereich der Genetik gewonnen waren. Erst Mendel konnte Einblicke in die Vererbungslehre geben.

Quellen:

Biologie heute S(, Hafner et al.  Schroedel Schulbuchverlag GmbH, Hannover 1988- 

Linder Biologie, Bayrhuber + Kull, Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1989 - 

Evolutionstheorie, Franz M. Wuketits, Wissenschaftliche Buchgesselschaft, Darmstadt 1988- 

Spektrum der Wissenschaft, Bographie Darwin 2/1999- 

Praxis der Naturwissenschaften Biologie, Adaptive Radiation, Aulis Verlag Deubness & CO KG, Köln 15.4.1985

Verfasser: Marzena Franek; Anne-kathrin Johannsmeier; Mara Jung; Susana Santos; Anne-Kristin Schwarz

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