Die Entstehung des mitteleuropäischen Naturwaldes

Die nacheiszeitliche Entstehung des mitteleuropäischen Naturwaldes

Abb. 1 Vegetationsgürtel in Europa während der Eiszeit vor ca. 14000 Jahren

Vor etwa 14000 Jahren herrschte in Mitteleuropa die letzte Eiszeit.

Zwischen den Gletschern Skandinaviens und den Alpen war die Landschaft tundra-ähnlich geprägt, eine sogenannte Kältesteppe.

Diese Eiszeit besaß eine besondere Bedeutung für die nacheiszeitliche Waldentwicklung.

Abb. 2 Vegetationsgürtel in der Nacheiszeit

Vor ca. 10 000 Jahren:

Das Ende der letzten Eiszeit                

Eine Klimaveränderung setzte ein. Die Erwärmung aufgrund des stärkeren Einflusses des Golfstroms brachte ein mehr ozeanisches Klima nach Mitteleuropa.

Nun breiteten sich von Süden her die ersten Baumarten in Mitteleuropa aus. Die Früchte und Samen wurden mit dem Wind, im Fell der Säugetiere oder im Magen der Vögel über die Alpen transportiert.

Zunächst konnten sich Kiefern, Lärchen, Pappeln und Birken gegen die bis dahin vorherrschenden Kräuter und Gräser durchsetzten und sich immer weiter nach Norden ausbreiten.

Vor ca. 8000 Jahren:

Weitere Holzarten breiten sich in Mitteleuropa aus.

Die Haseln und die Fichten sowie auch die Eichenmischwälder drängten die Kiefern und Birken immer weiter zurück.

 

Vor ca. 6000 Jahren:

Das Klima wurde zunehmend feuchter und wärmer.

Mischwälder aus Eichen, Ulmen und Eschen drangen immer weiter vor und dominieren, wie auch die Fichten in den Mittelgebirgen.

Vor ca. 4000 Jahren:

Das Klima war noch immer warm, wurde aber zunehmend feuchter.

Vorherrschend wurden die Buchen. Gemeinsam mit den Tannen verdrängten sie den Eichenmischwald.

Vor ca. 3000 – 1000 Jahren:

Ein kühlfeuchtes Klima setzte ein.

Die Buche beherrschte den Wald in Mitteleuropa. Auch die Fichte konnte sich weiter ausbreiten und auch die Eiche, Ulme und Linde waren noch vertreten.

Heutzutage:

Es herrscht noch ein sehr ähnliches Klima.

Mitteleuropa gehört zu den Mittelbreiten, in denen es warmgemäßigt ist.

=>      überwiegend ozeanisch getöntes Klima

Dadurch wird der Baumwuchs gefördert. Da Buchen vorherrschen, spricht man von einem Buchenklima.

Die Verbreitung der waldbildenden Holzarten in Mitteleuropa

Übersicht der in der submontanen Stufe Mitteleuropas bei gemäßigt - subozeanischem Klima auf ungleich feuchten und basenhaltigen Böden waldbildenden Holzarten.

Das Ökogramm zeigt die Verbreitung der waldbildenden Holzarten in Mitteleuropa auf. Abhängigkeitsfaktoren sind dabei die Feuchtigkeit sowie der Säuregehalt des Bodens. Vorherrschende Holzart in Mitteleuropa ist die Buche, da sie in verschiedenen Lebensbedingungen leben kann. Der Säuregehalt spielt für sie kaum eine Rolle und sie kann sehr gut in mäßig feuchten Zonen leben. Nur extreme Trockenheit und Nässe lassen kein Überleben von Buchen zu.

Die anderen Holzarten stellen höhere Bedingungen an ihren Lebensraum, sodass sie von der Buche zurückgedrängt werden und seltener in Mitteleuropa vorzufinden sind.

Die natürlichen Vegetationsstufen Mitteleuropas

Die Höhenstufen spielen  für die Verbreitung der Baumarten eine bedeutende Rolle.

Nadelhölzer sind in den oberen Höhenstufen vertreten. In den niederen Höhenstufen befinden sich die Laubwälder; vorherrschend sind die Buchen und Buchenmischwälder.